Das Coronavirus hat in diesem Jahr schon einigen Hochzeits-Gesellschaften einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wer seine Hochzeit jetzt im größeren Stil feiern will, muss sie anmelden. © Alasdair Elmes (Unsplash)
Coronavirus

Gäste streichen oder absagen? Hochzeitspaare zittern vor Corona-Zahlen

Die neuen Corona-Regeln besagen, dass Hochzeiten nur noch mit bis zu 50 Gästen stattfinden dürfen, wenn die Infektionszahlen zu hoch sind. Einem Veranstalter sind Absagen lieber als Kürzungen.

Wer noch für dieses Jahr eine Hochzeitsfeier geplant hat, muss spontan sein. Einige Zeit lang waren gar keine Treffen außerhalb des engsten Familienkreises erlaubt, aktuell sind bis zu 150 Personen zugelassen. Doch das könnte sich schnell ändern, wenn die lokalen Corona-Zahlen steigen.

Die „Brautzillas“, die zwei Jahre im Voraus den schönsten Tag ihres Lebens aufwendig geplant haben, stehen vor einem echten Problem. Steigt die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage auf mehr als 35, sind nur noch maximal 50 Gäste bei Feiern erlaubt. So bestimmt es die neue Corona-Schutzverordnung, die seit Donnerstag (1.10.) gilt. Dortmund steht aktuell bei einem Wert von etwa 27 (Stand 1.10.).

Mit vielen Hochzeitspaaren in Kontakt steht Philip Winterkamp, der unter anderem den Seepavillon und das Schürmanns im Westfalenpark betreibt. Er erzählt: „Wir hatten erst einen, der sagte: ‚Dann schmeißen wir ein paar Gäste raus.‘“ Viele andere Kunden seien deutlich verunsicherter.

Auch für die Veranstalter ist die sich relativ schnell veränderte Infektionslage ein Problem. Winterkamps Unternehmen Muto erstattet bis Ende 2021 die Hälfte des bezahlten Preises bei Stornierungen. „Wir können aber nicht nur kulant sein“, sagt er. Da komme man sonst selbst in Schwierigkeiten.

Weder Vermieter noch Kunden trifft die Schuld

„Wenn eine Veranstaltung verboten ist, haben wir aber auch keine Handhabe, Storno-Kosten durchzudrücken“, so Winterkamp: „Da können wir nichts für, und da kann der Kunde nichts für.“

Frank Feldkamp von Wirtshaus Krämer im Wannebachtal sagt hingegen: „So lange wir keine Kosten haben, nehmen wir auch nichts von den Kunden.“ Nur bei ganz spontanen Absagen müsse das bereits angeschaffte Essen bezahlt werden. Er meint, in der Regel mache es keinen Sinn, eine Gästeliste von 80 auf 50 Personen einzukürzen. Dass die Paare nervös auf die täglichen Corona-Zahlen achten, sei schon seit Monaten unverändert.

Für ihn als Veranstalter sei eine Absage sogar manchmal besser: „Wir wollen nicht für eine Feier unser ganzes Geschäft zumachen.“ Käme es zu einer Corona-Infektion, müsse wohl das gesamte Personal in Quarantäne. So lange der Inzidenz-Grenzwert von 35 nicht überschritten wird, könnten die Feiern aber weiterhin gut stattfinden.

Ende September haben etwa 84 Personen im Wirtshaus Krämer gefeiert. „Wir lüften ständig und haben schon vorher auf komplette Teilnehmerlisten geachtet“, so Feldkamp. Und wenn alle in der Gesellschaft beim Infektionsschutz mithelfen, können die Feiern auch weiterhin mit bis zu 150 Personen stattfinden.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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