Ex-BVB-Star und andere Promis sollen Fußballmuseum beraten

dzNeues Kuratorium

Das Deutsche Fußballmuseum hat zunehmend rote Zahlen geschrieben. Das Vertrauen schwand. Jetzt soll ein prominent besetztes Kuratorium mit aufpassen. Auch ein BVB-Promi soll berufen werden.

Dortmund

, 10.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nur scheibchenweise war ans Licht gekommen, dass das Deutsche Fußballmuseum die Stadt Dortmund immer teurer zu stehen kommt. Die Summe, die die Stadt zum Ausgleich der roten Zahlen in den Doppelhaushalt 2020/2021 stellen musste, beläuft sich pro Jahr inzwischen auf 900.000 Euro.

Der Deutsche Fußballbund (DFB), neben der Stadt Gesellschafter zu gleichen Teilen, muss laut Vertrag nur 250.000 Euro zum Verlustausgleich beisteuern, das Restrisiko liegt voll bei der Stadt. Das ist deutlich gestiegen, weil Sponsorengelder um mehr als ein Drittel einbrachen und Abschreibungsmöglichkeiten wegfielen.

Vertrauen schwer beschädigt

Die Grünen im Rat sahen angesichts des seit 2017 steigenden Verlustausgleichs, der erst Ende 2019 bekannt wurde, das Vertrauen in die Informationspolitik der Verwaltung „schwer beschädigt“. Die städtischen Rechnungsprüfer sowie Linke & Piraten stießen in dieselbe Kerbe, als sie von der Verwaltung „einen offenen und transparenten Umgang“ gegenüber der Politik forderten.

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Die Finanzpolitiker im Rat waren nicht mehr gewillt, die Verluste widerspruchslos zu schlucken. Nun kündigte Oberbürgermeister Ullrich Sierau an, dem Fußballmuseum werde ein Kuratorium zur Seite gestellt, dass das Museum stärker begleiten und beraten soll.

Darauf habe man sich in der letzten Gesellschafterversammlung mit dem DFB verständigt. Der Wunsch sei „aus der Mitte des Rates und anderen gesellschaftlichen Bereichen“ gekommen. Die Anregung kam von DFL-Geschäftsführer Peter Peters.

In dem Kuratorium sollen 24 Personen sitzen, zur Hälfte von Stadt und DFB besetzt. Ihm sollen abwechselnd OB Sierau (Stellvertreter Stadtdirektor Stüdemann) und DFB-Präsident Fritz Keller (Stellvertreter Peter Peters) vorsitzen.

Vier Ratsmitglieder

Für die Stadt sollen vier Ratsmitglieder von SPD, CDU, Grünen sowie Linke & Piraten dem Gremium angehören sowie sechs Personen des öffentlichen Lebens, die eine Nähe zum Fußball haben. Ausgeguckt sind IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann, Propst Andreas Coersmeier, der Enthüllungsjournalist und BVB-Fan Hans Leyendecker und Udo Mager als Vorstandsvorsitzender des Vereins Dortmund-Tourismus.

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Angefragt sind zudem Ex-Nationalspielerin Annike Krahn und Ex-BVB-Torhüter Roman Weidenfeller. Beide sind schon jetzt Botschafter des Fußballmuseums. Als Kuratoriumsmitglieder denkbar seien auch Olympiasiegerin Annegret Richter und der Journalist Michael Steinbrecher, sagte Sierau.

Die nächste Gesellschafterversammlung soll Ende Juni sein, die konstituierende Sitzung des Kuratoriums Anfang Juli vereinbart werden, kündigte der OB an. Das Kuratorium ersetze nicht die Gesellschafterversammlung, sondern sei ein weiteres Gremium an der Seite des Museums.

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