Für einen Blumenhain hat eine Frau ihren Urlaub geopfert, das Ergebnis gefällt nicht jedem

dzGodefriedstraße

Reinhild Schmidt und Willi Kleff engagieren sich für die Nachbarschaft an der Godefriedstraße. In Eigenregie haben sie einen grünen Treffpunkt geschaffen. Doch der stößt auch auf Kritik.

Wellinghofen

, 26.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Als sich Reinhild Schmidt 2003 eine Eigentumswohnung in Niederhofen kaufte, da motivierte die damalige Hausverwaltung die Bewohner der Häuser Godefriedstraße 13 bis 29, selbst Hand anzulegen, um das Wohnumfeld schöner zu gestalten. „Gemeinschaftlich im Garten aktiv werden und Blumenbeete anpflanzen sollte auch dem Kennenlernen der Nachbarn dienen“, sagt Reinhild Schmidt. Und es gab viele Nachbarn, die man kennenlernen konnte.

Aus Bauschutt wurde ein Insektenparadies

Denn 72 verschiedene Parteien bewohnen die jeweils dreteiligen Häuserblocks, die zur Siedlung gehören, deren Gärten und Garagen an die Niederhofener Straße angrenzen. Genau in diesem Bereich ihres Wohnhauses fand die Seniorin Anfang des Jahres ein verwahrlostes Stück Grund vor. Da war ein kleiner Hügel, der sich bei näherer Betrachtung als aufgetürmte Halde von Bauschutt entpuppte.

Also beschloss Reinhild Schmidt die Tristesse zu beseitigen - auf eigene Faust, mit Geld aus der eigenen Tasche. „Um das Stück schön zu begrünen, musste ich eine Menge Geld reinstecken. Wieviel? Nun, den Jahresurlaub habe ich dafür streichen müssen“, sagt Schmidt.

Für einen Blumenhain hat eine Frau ihren Urlaub geopfert, das Ergebnis gefällt nicht jedem

Aus dem Schutthügel wurde ein optisch ansprechendes Beet. © Fabian Paffendorf

Ein kleines Paradies für Insekten hatte die Anwohnerin im Sinn, eines in dem sich Wildbienen besonders wohl fühlen, eines das auch Ruhepool und Treffpunkt für die Nachbarn sein sollte. Zur Hand ging der engagierten Dortmunderin dabei Nachbar und Hausmeister Willi Kleff. Er half beim Anpflanzen von Beeten, Dekorieren und Ausgestalten des kleinen Areals, das jetzt optisch als Fortführung der Gartenanlage des Hauses Godefriedstraße 29 glänzt.

Nicht ganz unumstritten

Kunterbunt und mit viel Sinn fürs Detail wurde der ehemalige Schutthügel gestaltet. Dekorative Elemente wie Metall-Vögel & Co., die hier die einzelnen Beete auflockern, haben Kleff und Schmidt aus weggeforfenen Gegenständen gebaut. Mittelpunkt der kleinen Oase ist eine rustikale Sitzecke im Grünen. Flankiert wird die von zwei großen Gartezwergen - die augenzwinkernd als BVB- und FC-Bayern-Fans bemalt wurden. „Es ist ein lauschiges Plätzchen zum Grillen mit den Nachbarn geworden“, meint Reinhild Schmidt.

Fast alle Nachbarn finden's gut. Nur eine stört sich daran, wie Willi Kleff und Reinhild Schmidt wissen. „Aber so ist das eben, wenn man 72 Eigentümer hat. Da gibt’s immer mal wen, der sich gestört fühlt“, bemerkt Kleff. Im aktuellen Fall empfindet eine Nachbarin den neugestalteten Bereich als kitschig, hat laut Reinhild Schmidt schon angekündigt, dass das bald weg kommt. Die beiden Urheber des Beets blicken der Kritik entspannt entgegen. Der Blumenhain soll bei der nächsten Eigentümerversammlung thematisiert werden.

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