Neue Reise-Regeln mit einem engen Bewegungsradius würden auch für Dortmunder gelten, wenn der Corona-Inzidenzwert von 200 in der Stadt überschritten wird. © Grafik Martin Klose
Neue Regel für Corona-Hotspots

Für den Ernstfall: So weit reicht der Corona-Bewegungsradius der Dortmunder

Ein Bewegungsradius von 15 Kilometern soll Anwohnern von Corona-Hotspots bleiben. Dortmund gehört aktuell nicht dazu. Für den Fall, dass sich das ändert, haben wir trotzdem nachgemessen.

Strengere Regelungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gelten ab Montag (11.1.). Dazu gehört auch ein eingeschränkter Bewegungsradius für Menschen, die in einem Corona-Hotspot wohnen.

Wer in einer Stadt lebt, in der der Sieben-Tage-Inzidenzwert über 200 pro 100.000 Einwohner liegt, darf sich nur noch 15 Kilometer von seinem Wohnort wegbewegen, haben Bund und Länder vereinbart. Doch über diesen Grundsatz hinaus gibt es viele offene Fragen zur praktischen Umsetzung.

Klar ist: Der eingeschränkte Radius gilt nur für Freizeitaktivitäten. Für berufliche Fahrten, etwa für Pendler, gibt es keine Grenzen. Wer einen „triftigen Grund“ habe, für den gelte die Beschränkung nicht, hieß es nach dem Treffen von Bund und Länder-Regierungschefs am Dienstag (5.1.).

Einschränkungen für Tagestourismus

Verbunden ist die Aussage mit dem Hinweis: „Tagestouristische Ausflüge stellen explizit keinen triftigen Grund dar“. Damit wird deutlich, dass man besonders Ausflügen etwa in Wintersport-Gebiete wie zuletzt ins Sauerland einen Riegel vorschieben will.

Unklar ist auch noch, welche Grundlage in NRW für die Bemessung des Radius‘ genommen wird. In Sachsen, wo die Regelung schon länger gilt, wird von der jeweiligen Wohnadresse ein Umkreis von 15 Kilometern Luftlinie aus gemessen.

Das ergebe für Großstädte aber keinen Sinn, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag in einer Pressekonferenz angemerkt. Man können ja nicht in Berlin den Weg von Mitte nach Spandau oder Marzahn abmessen, erklärte die Kanzlerin.

Folgt man der Logik, kann auch nicht der Mittelpunkt einer Stadt maßgeblich sein, sondern eher die Stadtgrenze. Wir haben unter dieser Maßgabe einen ungefähren 15 Kilometer-Radius um Dortmund gezogen.

So ungefähr würde ein 15-Kilometer-Radius um Dortmund aussehen, der greift, wenn in der Stadt eine Corona-Inzidenz von 200 überschritten wird. © Grafik Martin Klose © Grafik Martin Klose

Die Dortmunder dürften im Fall der Fälle also nur bis an die Ränder von Iserlohn und Selm oder in die Zentren von Hagen, Bochum und Herne fahren. Wintersport-Orte im Sauerland wären ebenso tabu wie beliebte Ausflugsziele im Münsterland wie Schloss Nordkirchen oder Haltern am See.

Warten auf genaue Regelungen

Die Frage ist, ob die neue Corona-Schutzverordnung für NRW dazu klare Regelungen liefert. Und weitere Antworten.

Etwa auf die Frage, wie die Regelungen kontrolliert werden können und was mit Menschen ist, die nicht ihren Erstwohnsitz in Dortmund haben – etwa Studierende, deren Meldeadresse noch das Elternhaus in einer anderen Stadt ist. Auch die „triftigen Gründe“ für Ausnahmen sind bisher nicht näher definiert.

In Dortmund kann man bislang ohnehin gelassen sein. Aktuell (6.1.) ist man mit einer voraussichtlichen Inzidenz von 135,3 von der kritischen 200er-Marke ein gutes Stück entfernt. Doch die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie schnell die Werte ansteigen können.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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