An den vergangenen Wochenenden bildeten sich wegen Kontrollaktionen der Polizei immer wieder spät abends lange Staus auf dem Wall. © Kevin Kindel (Archiv)
Polizei-Großkontrolle

Frust-Video aus dem Stau: 30 Minuten Stillstand wegen Wall-Kontrollen

Uwe Kisker war am Samstagabend richtig bedient: Er wollte nur nach Hause, stand dann aber eine halbe Stunde lang im Stau einer Polizei-Großkontrolle. Mit seinem Frust ist er nicht alleine.

Die sogenannte Strategische Fahndung, die Polizeipräsident Gregor Lange am Freitag angekündigt hat, um Autos unter anderem rund um den Wall anlasslos zu kontrollieren, bewertet die Polizei am Sonntag als Erfolg. Rund 800 Personen sind am Freitag- und Samstagabend von den Beamten unter die Lupe genommen worden – mehr als 230 Platzverweise wurden ausgesprochen.

Manche unbeteiligte Autofahrer ärgern sich aber sehr über die Maßnahme, die zu langen Staus rund um die City führte. Denn während an neuralgischen Stellen wie dem Ostwall am Samstagabend Ruhe herrschte, waren Ruhrallee, Rheinische Straße oder Hohe Straße am Samstag verstopft.

Dortmunder Moderator Uwe Kisker dreht Video aus dem Stau

„Seit ungefähr einer halben Stunde steh ich auf der Rheinischen Straße und es geht nicht weiter“, berichtet etwa Uwe Kisker, Dortmunder Moderator, in einem Facebook-Live-Video vom Samstagabend gegen 22.20 Uhr. Er habe den Motor abgeschaltet, sagt Kisker in dem Video.

„Ich verstehe es nicht, dass man Leute kontrolliert, die nach Hause möchten“, so Kisker in Sichtweite des U-Turms. Er habe durchaus Verständnis dafür, etwas gegen Wallraser zu unternehmen, Tempo 30 sei nachts auf dem Wall auch völlig in Ordnung: „Aber dass man den ganzen Verkehr platt macht, kann ich einfach nicht glauben.“

150 Polizisten: „Was das alles an Geld kostet“

Mehr als 150 Einsatzkräfte waren an den beiden Wochenend-Abenden im Einsatz: „Was das alles an Geld kostet“, ärgert sich Kisker: „Irgendwie versteh ich die Welt nicht mehr.“ Er wünscht sich deutlich mehr Rücksicht auf die unbeteiligten Verkehrsteilnehmer. Während der Aufnahme wurde im Stau gehupt, wohl weil einige Fahrer ähnlich genervt waren.

Die Meinungen zur Großkontolle gehen bei Facebook deutlich auseinander. „Wie genau willkürliche und pauschale Kontrollen vieler unschuldiger Menschen zur Verkehrssicherheit beitragen“, fragt sich ein Kommentator. Ein anderer schreibt hingegen: „Hier kann man nur Danke sagen für den Einsatz der Polizei.“

„Mir persönlich würde eine Kontrolle nichts ausmachen“, ist zu lesen, dann aber auch: „Man will nach der Arbeit einfach nur nach Hause. Aber nee, die machen alles wieder dicht mit ihrem Kontroll-Wahnsinn. Was das wieder den Steuerzahler kostet. Die sollten das Geld lieber für Sinnvolleres ausgeben.“

Andererseits schreibt ein anderer Kommentator: „Es gibt kein Recht darauf, um den Wall zu rasen. Aber es gibt ein Recht für Anwohner, ruhig zu schlafen.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel

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