Frank Kulig ist Obermeister der Innung in Dortmund. © Schaper
Corona-Lockdown

Friseur: „Wenn die Politik nicht handelt, muss man sich nicht wundern“

Bleiben die Friseursalons geschlossen? Dürfen sie bald öffnen? Vor der Runde von Kanzlerin und Ministerpräsidenten zu den weiteren Corona-Maßnahmen bezieht ein Dortmunder Friseur klar Stellung.

Eigentlich gehöre er ja nicht zu denen, die immer meckern. Mit zunehmendem Alter sei er eigentlich gelassen geworden.

Aber Frank Kulig reicht‘s so langsam. Der Obermeister der Friseur-Innung Dortmund mit eigenem Geschäft in der Innenstadt sagt: „Wenn die Politik jetzt nicht handelt, muss man sich über die Konsequenzen nicht mehr wundern.“

„Der wirtschaftliche Druck wird größer“

Was Kulig meint: „Der wirtschaftliche Druck, der Einkommensdruck, die Verpflichtungen werden größer, der Druck der Menschen wird einfach größer.“ Soll heißen: Je länger der Lockdown dauert für Friseursalons, desto mehr Rechnungen laufen auf und bleiben vielleicht unbezahlt. Desto länger werden die Haare der Kunden, die dann immer dringender anfragen, ob man nicht vielleicht doch schneiden könne.

Erst recht, weil die Überbrückungshilfen nicht so schnell gezahlt würden wie gewünscht.

„Was können wir? Wo sind die Ziele?“

Kulig wünscht sich eine Perspektive: „Fünfmal haben wir jetzt gehört, was nicht geht. Dann sagt mir bitte, was geht. Was können wir? Wo sind die Ziele?“

Fast dränge sich der Verdacht auf, man werde hingehalten. „Dann soll man doch ganz klar sagen: Wir machen den ganzen Dienstleistungsbereich zu für zwei Jahre und wer noch überlebt, hat Glück gehabt.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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