Freibad Stockheide im Hoeschpark ist wieder geöffnet – der erste Tag

dzEichenprozessionsspinner im Hoeschpark

Weil im Hoeschpark Bäume von Raupen befallen sind, war das Freibad Stockheide seit Anfang Juni gesperrt. Am Mittwoch hat das Bad wieder geöffnet, doch schon zuvor gab es nächtliche Besucher.

Nordstadt

, 26.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Bernd Schäfer blickt über das Wasser und die badenden Gäste. „Am ersten Tag ist es meistens noch nicht ganz so voll, aber morgen wird es knallen", sagt der Betriebsleiter des Freibades Stockheide. Es ist Mittwochnachmittag und das Bad öffnet seit dem 7. Juni erstmals wieder seine Tore – oder zumindest eins: Das an der Brackeler Straße.

Der Durchgang am Hoeschpark bleibt weiterhin gesperrt. Dort sind im Waldbereich weiterhin Bäume vom Eichenprozessionsspinnern befallen. Das Freibad an sich liegt aber nicht mehr in der eingerichteten Sperrzone.

Das nutzen die Badegäste am Nachmittag gegen 14 Uhr noch eher verhalten. Etwa 300 Besucher sind im Bad. „Voller wird es aber generell erst immer etwas später. Stockheide ist ein Langschläfer-Bad, das war schon immer so", sagt der 54-Jährige. Und der muss es wissen. Seit neun Jahren arbeitet er im Freibad an der Brackeler Straße. Sieben davon ist er jetzt Betriebsleiter.

Freibad Stockheide im Hoeschpark ist wieder geöffnet – der erste Tag

Betriebsleiter Bernd Schäfer hat in seinem Bad alles im Blick. © Lukas Wittland

Auch als das Bad gesperrt war, war er jeden Tag da und trotz geschlossener Tore teilweise nicht allein. „Bei dem guten Wetter sind manche einfach über den Zaun geklettert und sind trotzdem schwimmen gegangen", erzählt Schäfer.

Sicherheitsunternehmen bewacht Gelände

Auch nachts wären Schwimmer im Bad gewesen. Das finde er auch eigentlich nicht so schlimm, solange nichts passiere. Allerdings sind in der letzten Zeit immer wieder Sachen kaputt gegangen. Begrenzungsbänder wären zerschnitten, Steinplatten kaputt und ins Wasser geworfen worden. Jetzt bewacht ein Sicherheitsunternehmen auch nachts das Gelände. „Muss leider sein", sagt Schäfer. „Manche übertreiben es einfach."

Doch auch tagsüber passen Sicherheitsleute auf, dass es keinen Ärger unter den Gästen gibt. Das könne passieren, wenn es voll wird, sagt Schäfer. Am Wochenende erwartet er pro Tag 2000 bis 2500 Gäste und hat deswegen auch mehr Mitarbeiter eingeplant. Sieben statt fünf Schwimmeister sollen dann die Badegäste im Blick haben. „Stockheide ist beliebt", sagt Schäfer. "Wir erwarten noch viele besucherstarke Tage in diesem Jahr."

Freibad Stockheide im Hoeschpark ist wieder geöffnet – der erste Tag

Am Mittwoch liegt die Wassertemperatur im Schwimmbad Stockheide bei 24 Grad. Das Bad hat täglich von 8 bis 19 Uhr geöffnet. © Lukas Wittland

Viele Gäste sind nach Deusen ausgewichen

Als das Bad am heißen Dienstag noch geschlossen war, habe das auch Schäfers befreundeter Kioskbetreiber im Freibad in Deusen gemerkt. Viele seien nach Deusen ausgewichen: „Der erzählte mir, er wäre gar nicht mehr hinterher gekommen mit seinen Pommes."

Gut 3000 Besucher waren am Dienstag dort. An der Bushaltestelle lösten circa 250 drängelnde Leute sogar einen Polizeieinsatz aus. DSW21 kam bei den vielen Badegästen, die nach Hause wollten, schlicht nicht mit seinen Bussen hinterher. Die Polizei musste den Zustrom regeln.

Auch Advi Aliu war am Dienstag mit seiner Familie dort. "Bei der Hitze haben wir uns in Deusen abgekühlt, aber da war es so voll", erzählt der 43-Jährige. "Ich bin wirklich froh, dass das Freibad Stockheide wieder geöffnet hat." Das Bad sei schön und für seine Familie, mit der er am Borsigplatz wohnt, einfach näher. Und auch sein neunjähriger Sohn Aref freut sich, dass er hier weiter schwimmen lernen kann.

Nach der Arbeit ins Freibad

Die Freundinnen Jasmin Fleitmann und Kim Karlinski sind ebenfalls froh, dass das Bad wieder offen ist. Für die beiden ist es die erste Anlaufstelle. Fleitmann, die in der Innenstadt arbeitet, erzählt: „Ich nehme häufig meine Schwimmsachen mit zur Arbeit und fahre dann direkt danach mit dem Auto hierhin."

Aus der anderen Richtung kommend, tut es ihr ihre Freundin Kim Karlinski gleich. „Ich arbeite in Brackel, wohne aber im Dortmunder Westen", sagt die 27-Jährige. „Das Freibad liegt also ohnehin quasi auf meinem Heimweg und dann kühle ich mich gerne ab."

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