Darum ist das Freibad Froschloch trotz des Sommerwetters geschlossen

dzFreibad Froschloch

Das Naturfreibad Froschloch bleibt vorerst geschlossen. Die Betreiber stehen vor einem großen Problem. Wann das Bad wieder geöffnet werden kann, ist derzeit völlig offen.

von Anika Hinz

Hombruch

, 17.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Geschäftsführer der Sportwelt Dortmund, Michael Dominik, spricht von einem „absoluten Super-GAU“, der sich am Freitagabend (14. Juni) im Naturfreibad Froschloch ereignet hat. An jenem Abend wurde ein ernstes Problem entdeckt. Möglicherweise bleibt das Bad länger geschlossen.

Es sind zwei Pumpen, die das Beckenwasser filtern sollen, ausgefallen. „Bemerkt haben wir das, weil die Anlage nicht mehr lief“, sagt Dominik. „Wir mussten das Froschloch umgehend dicht machen.“ Seit Samstag (15. Juni) ist es nun offiziell geschlossen.

Wann das Bad wieder geöffnet werden kann, ist derzeit unklar. Eine der defekten Pumpen befindet sich momentan in Dortmund zur Überprüfung. Falls die Reparatur vor Ort aber nicht möglich sein sollte, müssen die Pumpen nach Bremen. In dem Fall wären die Froschloch-Betreiber auf Mietpumpen angewiesen, denn aufgrund der naturbelassenen Filterweise des Beckenwassers zählt jeder Tag.

Biofilm filtert Wasser im Froschloch

Eine computergesteuerte Anlage reinigt das Beckenwasser auf naturbelassene Weise mit einem sogenannten Biofilm. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Neptunfilter. „Die Pumpen transportieren das Wasser zu dem Biofilm, wodurch dieses dann gereinigt wird“, sagt Dominik. Das Problem dabei: Der Biofilm braucht das Wasser um zu „überleben“. Ohne Wasser würde er je nach Witterung absterben und müsste neu nachwachsen.

„Ohne Biofilm ist kein Freibadbetrieb möglich, weil wir sonst das Wasser nicht filtern können“, sagt Dominik. „Das bedeutet auch, dass wir unbedingt die Mietpumpen brauchen.“ Sollten diese zu allem Überfluss nicht vorhanden sein, wäre das eine Katastrophe. Dann müsste das Froschloch „eine ganze Weile“ dicht bleiben. Jedoch wohl keine ganze Saison, teilt Michael Dominik mit. „Dafür ist das Bad zu wichtig, dann müssen wir Alternativen suchen.“

Einbau von neuen Pumpen schwierig

Die Pumpen sind seit 2009 in Betrieb. Im vergangenen Jahr kam es zu einem kurzzeitigen Ausfall einer Pumpe, als diese verstopft war. Ein Austausch war damals nicht nötig und der Freibadbetrieb konnte schon nach einem Tag wieder aufgenommen werden. Dass es diesmal auch so schnell geht, ist jedoch ausgeschlossen.

Der Grund dafür ist, dass die Mietpumpen aus Bremen nicht die gleichen sind wie im Froschloch. Bei einem Austausch müssten zunächst die passenden Adapter für die neuen Pumpen auf die Anlage geschweißt werden. „Das ist extra aufwendig“, erklärt Michael Dominik. „Vor allem weil unsere Pumpen nicht gerade handlich sind, eine von ihnen wiegt rund 300 Kilogramm.“

Das Naturfreibad Froschloch ist die einzige öffentliche Schwimmanlage im Dortmunder Süden. Zwischen Montag (17. Juni) und Mittwoch (19. Juni) sind Temperaturen bis zu 29 Grad angesagt - der Ausfall der Pumpen ist laut Michael Dominik „absolut ungünstig“.

Enttäuschte Freibadbesucher am Montag

Bei rund 27 Grad bietet das Wetter am Montag perfekte Bedingungen für einen Freibadbesuch - das dachte sich wohl auch Josefine Groß aus Lütgendortmund. Gemeinsam mit ihren drei Kindern fuhr sie insgesamt zwei Stunden mit dem Bus zum Froschloch. „Ich bin sehr enttäuscht, vor allem auch, weil bei Google steht, das Bad hätte offen“, sagt sie und fragt sich gleichzeitig: „Was mache ich jetzt?“ Auf ihrem Handy sucht sie nach Alternativen.

Auch ihre beiden Töchter, Luna und Leonie, sind traurig über das geschlossene Bad: „Es ist doof, wir sind so lange gefahren und oft umgestiegen - dabei ist es hier doch so schön.“ Zwei junge Männer, die sich den geschlossenen Türen des Froschlochs nähern, drehen sofort wieder um. „Dann gehen wir halt in den Garten“, sagen sie.

Lesen Sie jetzt
Dorstener Zeitung Straßen im Dortmunder Süden

Beilstück, Schmandsack, Spörkel – Was hat es mit diesen skurrilen Straßennamen auf sich?