Cathy Hummels hat ein Buch geschrieben - Wie kommt es bei den Lesern an?

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Cathy Hummels, Ehefrau von BVB-Profi Mats, hat ihre Memoiren geschrieben - mit 32. In dem Buch geht es um ihren Kampf mit Depressionen. Die Reaktionen reichen von Euphorie bis zum Totalverriss.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 06.10.2020, 20:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 24. September ist die Autobiografie von Cathy Hummels, der Ehefrau von Fußballstar Mats Hummels, unter dem Titel „Mein Umweg zum Glück“ im Benevento-Verlag erschienen.

„Es war ein so harter und strapazierender Weg, dieses Buch zu schreiben. Und auch ein so langer - bestimmt ein halbes Jahr“, sagt die Autorin. Und wie kommt ihr Buch bisher bei den Lesern an?

Schon im Vorfeld hatte die Ankündigung die Kommentarspalten im Internet zum Toben gebracht, einerseits mit Lob für die Abarbeitung an so schwierigen Themen wie Depression und Angst, andererseits mit Kritik genau dafür, weil nämlich befürchtet wurde, dass gerade solche ernsten Krankheitsthemen von der Influencerin ins Verblümte gezogen und verwischt werden könnten.

Aber zunächst zu den Fakten, worum geht es in dem Buch?

Depression, Wahnsinn und Social Media

Auf 240 Seiten reflektiert Cathy Hummels ihren Weg von der Kindheit bis in die Jetztzeit, zum Alter von 32 Jahren. Dabei zieht sich vor allem ein Leitmotiv durch das Buch: der so beschriebene Kampf der Cathy Hummels gegen Angst und Depression.

Und das nicht etwa als Modeerscheinung oder Starallüre, sondern handfest und diagnostiziert im Alter von 21 Jahren. „Depression, das bedeutete für mich vor allem: Rastlosigkeit, Panik, Gleichgültigkeit und dieser ganze Wahnsinn“, sagt Hummels.

Durch das Gedankenkarussell sei es oft zu Situationen gekommen, die für Hummels nicht mehr auszuhalten gewesen seien. So zumindest bei der Figur in Hummels Buch. Es ist aber davon auszugehen, dass man in Hummels erstem Werk Erzähler und Autor gleichsetzen darf. Doch wie hat Hummels diese düsteren Zeiten überwunden und ihren Weg zum Glück gefunden?

Das Buch ist unterteilt in verschiedene Stationen der Hürden, die Hummels im Laufe ihrer Jugend zu meistern versuchte: da ist einerseits die Rede von der Kunst, sich selbst nicht im Weg zu stehen, und ein bisschen netter zu sich selbst zu sein. Daneben gibt es eine Lektion in Sachen Shitstorms und Social Media und dem Prozess, wie Hummels gelernt hat, sich nicht von der Meinung anderer abhängig zu machen.

Depressionen nehmen ebenfalls einen großen Teil ein, mit der Frage, wie die Moderatorin und Influencerin mit Rückschlägen umgeht, was ihr dabei hilft, positiv zu denken und welche Rolle ihr Bruder dabei spielt. Letzterer, so viel sei vorab verraten, ist selbst Psychiater (Oberarzt) in einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und stand seiner Schwerster laut Hummels in schwierigen Zeiten schon oft zur Seite.

Die Frage: „Wie werde ich glücklich? Warum Glitzer genauso zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt wie female empowerment" soll dann ein fröhlich stimmender Abschluss sein. Und wie steht es um die literarische Qualität von Hummels neuem Werk? Am besten sucht man nach Rezensionen erstmal da, wo sich auch Hummels Fans tummeln, im Internet, den Kommentarspalten.

Ein Leser kommentiert: „Wenig Tiefe, wenig Mehrwert"

In einer Rezension heißt es euphorisch: „Ich habe das Buch, ohne es einmal wegzulegen, durchgelesen“. Ein anderer sagt: „Ich erkenne so viele Parallelen zu mir, einfach herrlich“. Oder: „Cathy Hummels hat mit diesem Buch ein Zeichen gesetzt.“

„Sinnfreie Pseudo-Hilfe für eine ernstzunehmende Krankheit“, schreibt dann ein anderer Internetuser. Demnach würden in dem Buch Menschen, die tatsächlich an der Krankheit Depression litten, nicht ernst genommen. Sobald nämlich der Befund klinisch sei, wäre es mit zusammenreißen und positiver Energie nicht mehr getan.

Ein anderer User bringt es ganz präzise auf den Punkt: „Wenig Tiefe und wenig Mehrwert für den Leser“. Letztendlich könnte die optimale Lesart von Cathy Hummels neuem Buch irgendwo dazwischen liegen. Solange es den Menschen aber tatsächlich Mut macht, scheint der Auftrag ja erfüllt zu sein.

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