Katharina L. weinte, als sie in den Gerichtssaal geführt wurde. © Martin von Braunschweig
Totschlag-Prozess

Frau soll Freund vor den Augen ihres Kindes erstochen haben

Mit fast 2,7 Promille Alkohol im Blut soll eine 35-jährige Frau im März ihren Partner erstochen haben. Ihr Sohn musste alles mit ansehen. Der Junge steht nun vor einer schweren Entscheidung.

Als Katharina L. am Donnerstag in den großen Saal 130 des Schwurgerichts geführt wurde, weinte sie bitterlich. Und auch als Staatsanwältin Sandra Lücke wenig später die Anklageschrift verlas, rannen die Tränen weiter über ihr Gesicht.

Am Nachmittag des 12. März soll die 35-jährige Angeklagte in Wickede ihren Partner erstochen haben. Laut Anklage lag der Mann auf dem Bett, als Katherina L. ihm ein Küchenmesser mit voller Wucht in den Brustkorb rammte. Die Klinge durchstach Herzbeutel und die linke Herzkammer. Das Opfer hatte keine Chance und verblutete noch am Tatort.

Opfer verblutete am Tatort

Über ihren Verteidiger Ulrich Bambor ließ die Angeklagte zu Prozessbeginn erklären, sie erinnere sich wohl noch an das Messer und einen Stich. „Meine Mandantin meint aber, die Tat sei während eines Gerangels oder Kampfgeschehens passiert“, so Bambor. Katharina L. hatte zur Tatzeit fast 2,7 Promille Alkohol und Kokain im Blut.

Besonders tragisch ist: Der Sohn der Angeklagten musste die Bluttat mit ansehen. Der Junge soll sogar selbst nach dem Stich die Rettungskräfte alarmiert und um Hilfe gerufen haben.

Der Junge ist im Grundschulalter. Jetzt muss er entscheiden, ob er vor Gericht als Zeuge aussagen oder als Angehöriger der Angeklagten lieber schweigen will. Der Prozess wird im Dezember fortgesetzt.

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