Der Beschuldigte hat die Tat schon am ersten Verhandlungstag zugegeben. © Martin von Braunschweig
Prozess

Frau mit Dolch angegriffen: Zeuge schildert bizarre Szenen

Unter dem Einfluss schwerer Wahnvorstellungen soll ein psychisch kranker Mann aus Marten im Dezember seine Nachbarin niedergestochen haben. Ein Zeuge schildert vor Gericht bizarre Szenen.

Der Beschuldigte hat bereits am ersten Verhandlungstag die Tat eingeräumt. Stimmen in seinem Kopf hätten ihm befohlen, seine Nachbarin mit einem Stiefeldolch anzugreifen, sagte er. Er sei damals der Meinung gewesen, dass die Frau ihn schon lange mit Kameras überwache.

Ein Bewohner aus dem ersten Stock sagte am Montag vor dem Schwurgericht als Zeuge, zwischen dem Beschuldigten und der unmittelbar neben ihm wohnenden Frau habe es schon länger Ärger gegeben. „Sie hat mir mal erzählt, dass sie Angst vor ihm habe“, sagte der 56-jährige Kraftfahrer.

Hilferuf aus dem dritten Stock

Nie hätte er sich aber vorstellen können, was am späten Abend des 20. Dezember 2020 passierte. „Ich lag schon im Bett, als ich plötzlich einen Hilferuf hörte“, so der Zeuge. Er sei sofort in den Flur gelaufen, weil er gewusst habe, dass der Schrei nicht von draußen, sondern aus dem Haus gekommen war.

Im dritten Stock habe er dann den Beschuldigten gesehen und wenig später auch die im Eingangsbereich ihrer Wohnung liegende Nachbarin. „Überall waren Blutspuren“, sagte der Zeuge.

Auf die Frage des Zeugen, warum er das getan habe, soll der Beschuldigte so reagiert haben. „Er breitete die Arme aus und sagte nur lapidar: So ist das Leben“, schilderte der Kraftfahrer. „Ich habe nur gesagt: Das ist nicht das Leben, das ist Scheiße.“

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