Frau in Folie gewickelt und gedemütigt - ein Vergewaltigungs-Vorwurf von vielen

dzBGH hebt Urteil auf

Ein Jahr nach der Verurteilung eines Serienvergewaltigers hat der Bundesgerichtshof der Revision des Mannes teilweise stattgegeben. Der Prozess muss neu verhandelt werden.

Dortmund

, 08.07.2020, 17:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die 31. Strafkammer des Dortmunder Landgerichts hatte einen damals 30-jährigen Dortmunder im Juni 2019 zu acht Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die Richter zeigten sich davon überzeugt, dass der Mann mindestens acht Vergewaltigungen verübt hatte. Opfer der sexuellen Misshandlungen waren drei seiner ehemaligen Partnerinnen.

Alle betroffenen Frauen leiden bis heute unter den Folgen der Taten. Eine war von dem Angeklagten mit Frischhaltefolie umwickelt und dann stundenlang sexuell gedemütigt worden. Sie befindet sich weiter in psychologischer Behandlung.

Das Landgericht war im Urteil davon ausgegangen, dass der Angeklagte bei sämtlichen Übergriffen betrunken war. Eine Milderung der Strafe hatten die Richter jedoch abgelehnt, weil dem Dortmunder bekannt gewesen sei, dass er unter dem Einfluss von Alkohol aggressiv und gewalttätig reagiere.

„Dies hält rechtlicher Überprüfung nicht stand“, schreibt jetzt jedoch der vierte Strafsenat des Bundesgerichtshofes. Die Ausführungen des Landgerichts in der schriftlichen Urteilsbegründung ließen den Schluss zu, dass der Mann alkoholkrank sei und deshalb möglicherweise in eine geschlossene Entziehungsklinik eingewiesen werden müsse.

Diese Frage soll nun mithilfe eines Sachverständigen in einem neuen Prozess beantwortet werden.

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