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Am Sonntag ist Europawahl. 450.000 Dortmunder sind aufgerufen, ein neues Europaparlament zu wählen. Wir erklären, was für den Wahltag wichtig ist – und wie am Abend im Rathaus gefeiert wird.

Dortmund

, 24.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Eines steht fest: Gefeiert wird am Sonntagabend auf jeden Fall im Rathaus. Denn das Dietrich-Keuning-Haus lädt zu einem europäischen Kulturfest mit Künstlern aus verschiedenen europäischen Ländern ein. Doch vorher wird gewählt.

Was wird gewählt?


Zu wählen sind die 96 deutschen Abgeordneten des Europaparlaments. Anders als bei Bundestags- oder Landtagswahlen gibt es dabei aber keine Wahlkreise. Gewählt wird eine Partei, die zuvor eine Liste mit Kandidaten zusammengestellt hat. Stehen einer Partei nach ihrem Stimmenanteil bei der Euopawahl also zehn Sitze zu, ziehen die ersten zehn Kandidaten ins Europaparlament ein.

Bis auf CDU und CSU ziehen alle Parteien mit einer bundesweiten Liste an. Das liegt daran, dass die CSU nur in Bayern antritt. Die CDU hat im übrigen Bundesgebiet Landeslisten aufgestellt.

Wie wird gewählt?

Jeder Wahlberechtigte hat eine Stimme, die an eine Partei vergeben wird. 40 Parteien und Wählervereinigungen stehen insgesamt auf dem Wahlzettel.

Wer setzt sich denn dann im Europarlament für Dortmund ein, wenn es keine Wahlkreis-Abgeordneten gibt?

Gerade bei großen Parteien, die mehrere Abgeordnete aus einem Bundesland stellen, ist es üblich, dass sie Betreuungsregionen festlegen. Also eine Region, für
die sie sich im EU-Parlament verantwortlich fühlen, beispielsweise die Heimatregion.

Im aktuellen Parlament waren das für Dortmund für die SPD Prof. Dr. Dietmar Köster aus Wetter/Ruhr und Dennis Radtke aus Bochum für die CDU. Beide treten bei der aktuellen Wahl wieder an, Köster auf Platz 8 der SPD-Bundesliste, Radtke auf Platz 5 der CDU-Landesliste in NRW.

Es gibt aber auch Kandidaten, die direkt aus Dortmund kommen. Für die CDU tritt die frühere OB-Kandidatin Dr. Annette Littmann auf Platz 12 der CDU-Landesliste an, Der FDP-Kreisvorsitzende Michael Kauch steht auf Rang 8 der FDP-Bundesliste. Zur Einordnung: Aktuell ist die FDP mit drei Abgeordneten im Europaparlament vertreten.

Wann und wo wird gewählt?

In ganz Dortmund gibt es 386 Wahllokale. Sie haben von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Die Adresse des „zuständigen“ Wahllokals steht auf der Wahlbenachrichtigung, die nach Ostern verschickt wurden.

Wer sie nicht mehr zur Hand hat, kann sein Wahllokal auch über die Intrernet-Seite des städtischen Wahlbüros (Stichwort Wahlraum-Suche) herausfinden. Im Wahllokal reicht dann der Personalausweis, um wählen zu können - vorausgesetzt, man steht im Wählerverzeichnis.

Wahlberechtigt sind neben deutschen Staatsangehörigen über 18 Jahren auch Bürger aus anderen EU-Ländern. Sie konnten sich entscheiden, ob sie in ihrem Herkunftsland oder in Deutschland wählen.

Ist noch Briefwahl möglich?

Eigentlich nicht. Kurzfristig können Briefwahlunterlagen nur noch im akuten Krankheitsfall mit ärztlichem Attest und Vollmacht für einen Überbringer beantragt werden.

Wer jetzt noch Briefwahlunterlagen zu Hause hat, kann sie bis Sonntag um 18 Uhr in die Hausbriefkästen am Stadthaus am Südwall sowie am Rathaus am Friedensplatz einwerfen.

Die Briefwahlbeteiligung lag zuletzt übrigens um 12 Prozent höher als bei der Europawahl 2014. Bis Freitag hatten mehr als 71.000 Dortmunder Briefwahlunterlagen beantragt oder schon im Briefwahlbüro im Rathaus ihre Stimme abgegeben.

Wann gibt es Ergebnisse?

Ab 18 Uhr werden die ersten bundesweiten Prognosen und Hochrechnungen veröffentlicht. Nach und nach laufen dann die Ergebnisse aus den Dortmunder Wahllokalen ein. Ein Gesamtergebnis gibt es hier wohl bis 21 Uhr.

Über die aktuelle Entwicklung am Sonntag informieren wir laufend.

Welche Bedeutung hat das Dortmunder Wahlergebnis?

Es ist zumindest als Stimmungsbarometer zu werten. Denn 2020 findet im September die Kommunalwahl statt, bei der über Oberbürgermeister, Rat und Bezirksvertretungen entschieden wird.

Gibt es eine Wahlparty?

Ja. Wie üblich treffen sich die Vertreter der Rathaus-Parteien im Rathaus. Außerdem gibt es dort eine offzielle Wahlparty in Form eines Europäischen Kulturfestes, organisiert vom Dietrich-Keuning-Haus. Schon ab 15 Uhr legt „Der Wolf“ auf dem Friedensplatz auf, ab 18.30 Uhr startet mit ihm auch das Programm in der Bürgerhalle des Rathauses.

Fragen und Antworten – was man zur Europawahl in Dortmund wissen muss

In der Bürgerhalle des Rathauses findet am Sonntagabend ein Europäisches Kulturfest statt. © Stephan Schütze



Danach gibt es bis 21.30 Uhr unter anderem Folklore aus Rumänien, Portugal, Griechenland und Irland und Auftritte verschiedener Gruppen. Der Eintritt ist frei.

Erklärung der Kirchen

Aufruf zur Europawahl

  • Diverse Organisationen und Vereinigungen haben zur Teilnahme an der Europawahl aufgerufen.
  • Einen gemeinsamen Aufruf zur Europawahl gibt es u.a. von den beiden christlichen Kirchen in Dortmund. Es gelte, das demokratische Europa zu verteidigen und zu stärken, heißt es in dem Wahlaufruf.
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