Ein 16-Jähriger ist am Dienstagabend wenige Meter von der Autokorso-Demo entfernt an einer Hauswand fixiert worden. © Kevin Kindel
Autokorso der „Querdenker“

Fotos und Video: Impfgegner-Demo, Protest-Blockade, Anzeige gegen 16-Jährigen

In rund 40 Fahrzeugen waren Impfgegner am Dienstagbend in Dortmund unterwegs. Ihr Demo-Autokorso sollte diesmal besonders lang werden - es kam aber anders. Alles begann mit einer Blockade.

Zum wiederholten Mal haben Impfgegner einen Autokorso in Dortmund veranstaltet – und es sollte diesmal mit 25 Kilometern eine besonders lange Proteststrecke sein, hieß es vorab in der Telegram-Gruppe der Dortmunder „Querdenker“. Der Autokorso war bereits vor den jüngsten Nachrichten zum Astrazeneca-Stopp und der geplanten Schulschließung in Dortmund angemeldet.

Unter dem Motto „Ich lasse mich nicht impfen“ sammelten sich rund 40 Autos auf einem Parkplatz an der Eberstraße in der Nordstadt. Viel Polizei war den ganzen Abend über in der nördlichen Innenstadt zu sehen. Viele wichtige Straßen wurden zeitweise gesperrt.

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Impfgegner-Autokorso in der Innenstadt

Die Route blieb dann doch kürzer als von den „Querdenkern“ angekündigt. Vom Festplatz am Fredenbaumpark zog der Korso über B54, Immermann- und Schützenstraße zum Wall, drehte dort etwas mehr als eine Runde und fuhr dann über die Bornstraße zurück zur Eberstraße. Rund elf Kilometer brachten die Wagen unter die Räder. Nach rund eineinhalb Stunden war die Versammlung beendet.

Wie bei den Demos zuvor gab es wieder an verschiedenen Stellen Gegenprotest – zu Fuß und auf Fahrrädern. Er richtet sich vor allem gegen Verschwörungstheorien, antisemitische Tendenzen und Verbindungen zu Rechtsradikalen, die an Veranstaltungen der Bewegung teilgenommen haben. „Keine Bühne für Corona-Leugner, Alu-Hüte und Nazis“, war etwa auf einem Protest-Schild zu lesen.

Noch bevor der Autokorso gestartet war, sorgten die Gegenprotestler um 19 Uhr auf der Eberstraße für eine Blockade – die Polizei hat die Demonstration aber einfach über einen anderen Parkplatz-Ausgang an der Gruppe vorbeigeführt.

Körperkontakt zwischen Polizei und Gegenprotest

Einzelne Menschen haben gelegentlich versucht, den Korso zum Bremsen zu zwingen. An der Schützenstraße sind einige Personen von Polizisten in eine Seitenstraße gedrängt worden, um sie vom Korso fernzuhalten. An der Bornstraße ist ein junger Mann von Beamten an einer Hauswand fixiert und kontrolliert worden.

Am späten Abend hat die Polizei ihre Bilanz des Abends veröffentlicht. Die Blockade auf der Eberstraße zu Beginn der Demonstration ist demnach nach Korso-Beginn von der Polizei aufgelöst worden. Mehrere Platzverweise seien erteilt worden. Insgesamt wurden am Abend sechs Fahrräder eingezogen, vier davon seien noch im Laufe des Einsatzes wieder ausgehändigt worden.

Der junge Mann, der an der Bornstraße festgesetzt wurde, habe einen Beamten tätlich angegriffen, heißt es. Eine etwa 20-köpfige Gruppe habe dort versucht, eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Weil der 16-jährige Krefelder unter gesetzlicher Betreuung stehe, wurde er einer Jugendschutzstelle übergeben. Eine Anzeige gegen ihn wurde gefertigt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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