Fotograf zeigt 80 einzigartige Porträts von Boden-Bewohnern

MKK-Ausstellung

Vier mal einen Kubikmeter Erde hat der Dortmunder Fotograf Christian Diehl ausgehoben: Im Wald, im Watt, auf dem Acker und einer Halde. Was er fand, fotografierte er - mit eindrucksvollen Ergebnissen.

DORTMUND

26.01.2012, 18:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diesen Käfer fotografierte Diehl (im Hintergrund).

Diesen Käfer fotografierte Diehl (im Hintergrund).

Zeiten und Eintrittspreise
Die Ausstellung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK), Hansestarße 3, ist bis zum 1. April, dienstags, mittwochs, freitags und sonntags von 10 - 17 Uhr zu sehen, samstagsvon 12 bis 17. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Groß rausgebracht hat Christian Diehl nicht nur den Käfer, sondern rund 80 weitere Fundstücke. Unter dem Titel „1m³“ sind sie ab heute Abend um 19 Uhr im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) an der Hansastraße 3 zu sehen: Glasklar komponierte, technisch aufwändige Porträts von lauter kleinen Dingen. Jedes Einzelne so kunstvoll mit Licht und Tiefenschärfe modelliert, dass die Schnecke zu atmen scheint, der Erdbrocken moosig riecht und der Wattwurm nach Salz schmeckt.  Entstanden sind die Fotos nach strengem Konzept. Diehl wählte auf einer Halde, in einem Dortmunder Wald, auf einem Acker und im Watt je eine Stelle aus. Dann hob er genau einen Kubikmeter Boden aus und sezierte ihn. Sichtete Pflanzen, Tiere und Steine. Wählte die Interessantesten aus und richtete sie her. Im Schnitt kostete Diehl ein Bild einen Tag, der ganze Kubikmeter drei Monate.

Diehl machte die Fotos immer vor schwarzem Hintergrund, mit Licht von oben, in derselben Größe. Und immer anders: Einen Käfer tot und aufgespießt, einen Wurm lebendig in der Petrischale (weil der post mortem sofort den Glanz verliert), eine Pflanze im Aquarium schwimmend, damit die Blätter sich entfalten. Einigen Sujets gönnt Diehl eine gezielt ausgeweitete Tiefenschärfe, die er durch die digitale Überlagerung vieler Einzelbilder erreicht. Andere treten durch extrem kurzen Schärfebereich optisch hervor. Diehl geht es dabei nur um Form, Farbe und Struktur, nicht um Wissenschaft. Keins der Fotos trägt einen Titel oder eine Bezeichnung.  Immer schon, sagt der mehrfach ausgezeichnete Fotograf, habe er die Faszination verspürt, Orte zu besuchen, die anderen verschlossen bleiben. Im MKK erwartet den Besucher nun die gleiche Erfahrung.  

Zeiten und Eintrittspreise
Die Ausstellung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK), Hansestarße 3, ist bis zum 1. April, dienstags, mittwochs, freitags und sonntags von 10 - 17 Uhr zu sehen, samstagsvon 12 bis 17. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 2 Euro.

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