SPD-Bundestagsabgeordnete bedauert fehlenden Abstand bei Giffey-Foto

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Ein Foto der Familienministerin Franziska Giffey hat für einen Shitstorm im Netz gesorgt. Die Dortmunder Abgeordnete Sabine Poschmann war dabei – und glaubt zu wissen, woher das Foto kommt.

Dorstfeld

, 28.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich war am Donnerstag (20.8.) in Dorstfeld nur ein kleiner Rundgang zum Thema „Rechtsextremismus-Prävention“ mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey geplant – in der laut Corona-Schutzverordnung erlaubten Gruppengröße von maximal zehn Personen.

Auf einem Foto, das nach dem Besuch im Netz auftauchte, waren allerdings deutlich mehr Personen zu sehen. Und das auch noch ohne den Mindestabstand von eineinhalb Metern einzuhalten oder alternativ eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Der Shitstorm folgte auf dem Fuß.

In einer Stellungnahme bat Giffeys Ministerium bereits am Donnerstag (27.8.) um Verzeihung für den Vorfall in Dorstfeld. „In der Situation des Zuhörens und Anschauens war die Gruppe kurzzeitig nicht aufmerksam genug bezüglich der Abstandsvorgaben im Freien. Das bedauern wir“, schrieb eine Sprecherin.

Ralf Stoltze bleibt gelassen

Nun äußern sich auch zwei Dortmunder Politiker, die an dem Rundgang teilgenommen haben, zu der Situation, in der das Foto entstanden ist. „Wir waren anfangs nur zehn Leute, am Ende und auch zum Zeitpunkt des Fotos waren wir dann mit Sicherheitsleuten und allem drum und dran deutlich mehr als gedacht“, sagt Innenstadt-West-Bezirksbürgermeister Ralf Stoltze.

Eigentlich hätten die Teilnehmer, unter denen auch Vertreter von Initiativen gegen Rechts waren, während des gesamten Termins auf den Abstand zueinander geachtet. Vor einem Haus jedoch, aus dessen Fenstern die Rechten häufig mit Gegenständen auf unliebsamen Besuch werfen, sei es dann allerdings eng geworden.

„Alle sind aus Angst vorsichtshalber auf Abstand zu dem Haus gegangen und plötzlich standen wir alle auf einem Fleck“, erklärt Ralf Stoltze. Solange die Situation keine rechtlichen Folgen habe, bleibe er aber gelassen. „So etwas kann passieren.“

Die Dortmunder Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann bedauert den Vorfall indes. „Ich kenne das Foto nicht und meiner Meinung nach waren alle bemüht, den Abstand einzuhalten“, sagt sie. „Sollte das in einem Moment nicht gelungen sein, tut mir das sehr leid. Wir hätten Vorbilder sein sollen.“

Wer hat das Foto aufgenommen?

Gerade bei derartigen politischen Zusammenkünften sei es wichtig, verantwortungsvoll zu sein und sich an alle Vorgaben zu halten. Eigentlich seien die Corona-Regeln auch bereits so in Fleisch und Blut übergegangen, dass das in der Regel ohne Probleme funktioniere, so Sabine Poschmann.

„Aber ich kann mir denken, aus welcher Ecke das Foto kommt“, sagt sie. „Wir wurden an dem Tag viel fotografiert, gerade auch von den Rechten. Da wird so eine Situation natürlich direkt ausgenutzt.“

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