Forsa-Befragung gibt Aufschluss über Corona-Skeptiker in Dortmund

dzRepräsentative Studie

Gegner der Corona-Maßnahmen sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Ruhr Nachrichten und Radio 91.2 zeigt die Einstellung der Dortmunder zu den Maßnahmen.

Dortmund

, 08.09.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wir sind das Volk, skandieren die Corona-Leugner gern auf ihren Demonstrationen. Eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa bei Dortmunder Bürgern zeigt aber, dass sie zumindest im Dortmunder Wahlvolk eine absolute Minderheit sind.

Verbunden mit der von Ruhr Nachrichten und Radio 91.2 in Auftrag gegebenen Umfrage zur Kommunalwahl hatte Forsa auch nach den Einstellungen zur Corona-Krise gefragt.

Die wichtigste Erkenntnis: Gut zwei Drittel der Befragten, 67 Prozent, halten die geltenden Beschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens für angemessen, fast jeder Vierte (23 Prozent) hält die Schutzmaßnahmen sogar für nicht ausreichend. Umgekehrt halten nur 8 Prozent die Maßnahmen für übertrieben.

Meinung zu Beschränkungen nach Partei

Besonders bemerkenswert: Die Zahl derjenigen, die den Corona-Schutz für übertrieben halten, ist gegenüber einer ersten Forsa-Befragung im Mai von 14 auf 8 Prozent gesunken. Das Problembewusstsein in Sachen Corona ist also eher gewachsen.

Dafür spricht auch, dass 25 Prozent der Befragten die Corona-Krise als eines der größten Probleme in der Stadt Dortmund bezeichnen. Im Mai waren das nur 17 Prozent.

Skeptiker nur bei AfD-Anhängern stark

Was auffällt: Während jeweils mehr als 70 Prozent der Anhänger von SPD, CDU und Grünen die Corona-Schutz-Maßnahmen für angemessen halten, sind es bei den AfD-Anhängern nur 31 Prozent. 62 Prozent der AfD-Anhänger halten die Regelungen dagegen für übertrieben.

Anders als die eigene Einstellung der meisten Dortmunder zum Thema Corona fällt allerdings die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Akzeptanz aus. Nur rund die Hälfte der Befragten (51 Prozent) glaubt, dass die Dortmunder für die vielen Einschränkungen Verständnis haben und sich daran halten. 44 Prozent meinen dagegen, dass viele Menschen die Corona-Schutzmaßnahmen als übertrieben bewerten und sich nicht daran halten.

Fragt man nach den persönlichen Belastungen durch die Corona-Maßnahmen fällt auf, dass eine große Mehrheit der Dortmunder die Einschränkungen relativ gelassen sehen. Nur 16 Prozent gaben an, sie als große Belastung zu empfinden. Im Mai waren das noch 22 Prozent. Umgekehrt sprechen 46 Prozent bei der aktuellen Befragung von einer „nicht so großen Belastung“ und 38 Prozent sogar von „so gut wie keiner Belastung“.

Mehr als die Hälfte der Befragten bescheinigt der Dortmunder Stadtverwaltung, in der Corona-Krise alles richtig gemacht zu haben. Der Anteil der ausschließlich positiven Bewertungen ist im Vergleich zum Mai allerdings leicht von 58 auf 55 Prozent gesunken. Dagegen meinen 28 Prozent (gegenüber 22 Prozent im Mai), dass einiges nicht so gut gewesen ist.

Fragt man, was die Stadtverwaltung hätte besser machen können, bemängelt jeder vierte Befragte, dass die Einhaltung der Maßnahmen zu wenig kontrolliert werde. Im Mai waren das nur 16 Prozent. 21 Prozent wünschen sich eine bessere Informationspolitik.

Nur noch 10 statt wie im Mai 24 Prozent finden, die Stadtverwaltung hätte früher oder andere Regelungen als die bestehenden treffen sollen. 18 Prozent sehen die Arbeit der Bürgerdienste beziehungsweise der Stadtverwaltung allgemein etwa mit Blick auf die Öffnungszeiten kritisch. Jeweils 12 Prozent bemängeln fehlende Regelungen für Kitas und Schulen sowie die Durchführung der Tests.

Zufrieden mit Hilfsprogrammen

Überwiegend gut kommen die Hilfsprogramme von Bund und Land, um Menschen und Unternehmen aus der Krise zu helfen, an. 61 Prozent halten sie für angemessen, nur 5 Prozent für übertrieben. 28 Prozent finden dagegen, dass die Hilfen nicht ausreichen.

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