Flugreisende können ankommende Gäste ihr Auto nutzen lassen

Carsharing am Airport Dortmund

Neues Angebot am Dortmunder Flughafen: Reisende ab Dortmund können ihr Auto am Airport in Wickede parken und ankommenden Gästen zur Verfügung stellen - und damit noch ein bisschen Geld verdienen. Ein ungarisches Carsharing-Unternehmen macht's möglich. Wir erklären das Prozedere.

WICKEDE

, 22.06.2017, 11:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Flugreisende können ankommende Gäste ihr Auto nutzen lassen

Flughafen-Chef Udo Mager (2.v.r.) schnitt zum Start von BeeRides das symbolische Band durch. Links neben ihm steht der Unternehmer Botond A. Bosze. Über den Start seines Start-ups in Dortmund freuten sich auch Elena Matekina (l., NRW-Invest), Ungarns Generalkonsul in Düsseldorf, Balázs Szegner (2.v.l.), und Piroska Szalai (Chefin Wirtschaftsförderung Budapest).

Mit „A warm welcome“ begrüßte Flughafen-Chef Udo Mager am Mittwoch ungarische Gäste, darunter den Generalkonsul in Düsseldorf, Balázs Szegner. Sie waren zu Gast, da ein Start-up aus ihrem Land neuerdings am Airport tätig ist. BeeRides setzt auf Carsharing: Reisende ab Dortmund können ihr Auto am Flughafen parken und ankommenden Gästen zur Verfügung stellen.

"Was ist ein Auto am Flughafen?"

Chef von BeeRides, 2015 in Budapest gestartet, ist Botond A. Bosze, 27. Er erklärte auf Englisch – in der Sprache ist auch die Buchungsseite der Firma gehalten – sein Geschäft. „Was ist ein Auto am Flughafen?“, fragte Bosze, und antwortete selbst: „Ein nutzloses Stück Metall, das eine Menge Geld kostet.“ An den Flughäfen dieser Welt stehen folglich eine Menge nutzloser Metallstücke herum. Tag für Tag. Hier setzt BeeRides an: Autos sollen während der Flugreisen ihrer Besitzer nicht herumstehen – sondern von ankommenden Fluggästen gemietet werden.

BeeRides ist der Vermittler. Das ungarische Start-up bietet die Dienstleistung in Budapest nach eigenen Angaben erfolgreich an. Dortmund ist der Start in Deutschland. Flughafen-Chef Mager hat vor zwei Jahren mit Generalkonsul Szegner die Kooperation mit BeeRides angebahnt.

Das Start-up mietet die zehn Parkplätze vom Flughafen und zahlt für dessen Dienstleistungen (Autowäsche etc.). Ein solches Carsharing-Angebot gebe es bislang an keinem deutschen Airport, sagte Mager: Er freue sich über das „Alleinstellungsmerkmal“ für Dortmund, glaube aber, dass BeeRides schnell an weiteren Flughäfen ankommt.

So funktioniert’s:

Reisende, die von Dortmund fliegen, können das neue Angebot ab sofort nutzen. Die Sache funktioniert wie folgt:

  • Nach der Online-Registrierung meines Autos bei BeeRides kann ich einen von zehn dafür vorgesehenen Parkplätzen im Parkhaus P1 des Flughafens buchen. Dort stelle ich mein Auto vor dem Abflug ab, Schlüssel und Fahrzeugpapiere hinterlasse ich in einem elektronischen Schließfach.
  • Möchte während meiner Abwesenheit ein ankommender Passagier mein Auto nutzen, bucht er es online; er erhält einen Code, um Schlüssel und Papiere aus dem Schließfach zu holen. „Das dauert eine Minute, es ist kein weiterer Papierkram notwendig“, sagt Bosze. Wer bei Autovermietern am Flughafen je ein Auto geliehen hat, weiß, dass es dort deutlich länger dauert.
  • Die Vorteile des Vermieters: Er parkt in jedem Fall kostenlos am Flughafen und erhält eine Autowäsche gratis. Kommt es zu einer Vermietung, wird er am Erlös beteiligt, abhängig von Dauer, Alter und Zustand des Fahrzeugs sowie der Kilometer. Wer ein fünf Jahre altes Mittelklasse-Auto zwei Wochen verleihe, könne mit ungefähr 100 Euro rechnen, sagt Bosze.
  • Die Vorteile des Mieters: Er zahlt für die Miete eines privaten Autos weniger als für das einer herkömmlichen Autovermietung. Ab 12 Euro pro Tag, so Bosze, könne man kleinere, ein paar Jahre alte Autos bereits anmieten.

Wird ein Auto vermietet, übernimmt die Allianz den Versicherungsschutz. Über ein elektronisches Gerät werden bei jedem vermieteten Auto Daten erhoben, wie der Mieter bremst, anfährt u.s.w. Entstehen Schäden etwa am Motor, die der Vermieter auf den Mieter zurückführt, gibt BeeRides die Daten heraus.

 

 

 

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