Stadt zahlt Leasing-Rate für Ampel – obwohl hier längst ein Kreisel sein sollte

dz„Schildbürgerposse“

Die Kreisverkehre entlang der Flughafenstraße sollten längst gebaut sein. Stattdessen regelt eine geleaste Ampel den Verkehr. „Schildpürgerposse“ nennt das einer, der sich verschaukelt fühlt.

Scharnhorst

, 06.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eines der größten Ärgernisse für Scharnhorster Politiker und Bürger ist seit vielen Jahren die Kreuzung Flughafenstraße/Buschei/Drosselweg. Schon vor Jahren hatte die Stadtverwaltung dort den Bau eines Kreisverkehrs angekündigt.

Gleiches gilt für zwei weitere geplante Kreisel an der Flughafenstraße/ Gleiwitzstraße und an der Ecke Tettenbachstraße/Hostedder Straße. Auf den Beginn der Arbeiten hier wie dort wartet man jedoch vergebens. Nachdem das Vorhaben bereits mehrfach verschoben worden war, hieß es zuletzt, der Bau werde 2020 beginnen.

Nun jedoch sehe es so aus, als würde auch das wieder nichts – so ist jedenfalls die Einschätzung des SPD-Ratsvertreters Rüdiger Schmidt. Aus einer Vorlage der Stadtverwaltung gehe nicht nur hervor, dass die Kosten für den Kreisel am Buschei von 850.000 auf mehr als eine Million Euro (genau: 1.150.000 Euro) anwachsen – auch sei kein expliziter Baubeginn mehr genannt. Er selbst gehe von 2021 oder 2022 aus, so Schmidt.

Ratsvertreter Rüdiger Schmidt (SPD) fragt: Wann kommt endlich der Kreisverkehr an der Kreuzung Flughafenstraße/Buschei/Drosselweg?

Ratsvertreter Rüdiger Schmidt (SPD) fragt: Wann kommt endlich der Kreisverkehr an der Kreuzung Flughafenstraße/Buschei/Drosselweg? © Nils Heimann (Archiv)

Der SPD-Politiker weiter: „Auf einer Bürgerversammlung im Jahr 2014 versprach die Leiterin des Tiefbauamtes, Sylvia Uehlendahl, die Errichtung des ersten Kreisels am Buschei/Drosselweg um 2016/2017 herum.“ Bei einer späteren Bürgerversammlung der SPD sei wiederum vom Tiefbauamt die Baumaßnahme für das vierte Quartal 2017 versprochen worden.

Als gegen Ende 2018 die Ampelanlage am Buschei/Flughafenstraße durch eine von der Stadt geleaste Ersatzampel ersetzt worden sei, dachten die Scharnhorster, nun gehe es endlich los. Doch, so Schmidt: „Wieder wurden wir in Scharnhorst eines Besseren belehrt. Die Ersatzampel wurde nur deshalb dort aufgestellt, weil die alte Ampelanlage irreparabel defekt war.“

„Stadt zahlt monatlich hohe Leasing-Rate“

So zahle die Stadt nun monatlich eine hohe Leasing-Rate für diese Kreuzung, bis dann irgendwann vielleicht doch noch der Kreisverkehr komme. Diese Ersatzampel stehe nun seit rund eineinhalb Jahren. Inzwischen hätte man für die Leasing-Raten die Ampel wohl kaufen können.

Schmidt: „Ich finde diese Schildbürgerposse nicht lustig und ich denke, dass auch die Scharnhorster Bevölkerung solche Spielchen nicht länger tolerieren wird. Das Tiefbauamt macht sich hier unglaubwürdig und sollte alles daran setzen, diese Maßnahme nun schnellstmöglich und noch in 2020 zu beginnen, und nicht immer neue Ausflüchte suchen, warum etwas nicht geht.“

Jetzt lesen

Auch die Bezirksvertretung Scharnhorst befasste sich in ihrer Doppelsitzung am Dienstag (5.5.) mit dem Thema. Das Gremium bewilligte zwar die Mehrkosten von 300.000 Euro, jedoch meinte auch Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny: „Das Ganze erinnert mich an die Sanierung der Altenderner Straße, als wir auch Jahr um Jahr vertröstet worden sind.“ Die Verteuerung könne er sich nur so erklären, dass eben zwischen Planung und Ausführung soviel Zeit liege.

„Ich hoffe, dass es noch dieses Jahr losgeht“

Er hoffe, dass es dieses Jahr noch losgehe. Allerdings müsse zuvor der Bau- und auch der Finanzausschuss zustimmen, dann müssen die Arbeiten ausgeschrieben werden, und dann muss sich eine Tiefbaufirma darauf bewerben. Hinter dem Baubeginn 2020 darf insofern durchaus noch ein Fragezeichen gesetzt werden. Matthias Storkebaum (Die Linke, geboren 1967) merkte an: „Eher habe ich einen Rollator, als dass es dort einen Kreisverkehr gibt.“

Die Stadt Dortmund widerspricht den Befürchtungen Rüdiger Schmidts und der Bezirksvertreter. Sprecher Maximilian Löchter: „Die Straßenentwurfsplanung wird voraussichtlich Mitte des Jahres aktualisiert sein, sodass dann die Ausschreibung und die Vergabe der Baumaßnahme erfolgen können. Mit dem Baubeginn ist daher noch in diesem Jahr zu rechnen“ Das habe die Leiterin des Tiefbauamtes, Sylvia Uehlendahl, mitgeteilt.

Lesen Sie jetzt