Flughafen will Landebahn mit einem Trick verlängern

Airport Dortmund

Der Flughafen Dortmund will seine Landbahn in Wickede verlängern. Flughafen-Kritiker wollen die Pläne gerichtlich prüfen lassen. Besonders groß sind die Sorgen allerdings in der Nachbarstadt Unna. Warum? Wir klären diese und weitere Fragen.

DORTMUND

, 10.09.2016, 02:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Flughafen will Landebahn mit einem Trick verlängern

Die Flugzeuge mit Ziel Dortmund könnten bald tiefer über Unna fliegen.

Worum geht es? 

Die Start- und Landebahn am Flughafen Dortmund ist offiziell 2000 Meter lang (mit Sicherheitsbereich sogar 2120 Meter). Tatsächlich können aber nur 1700 Meter genutzt werden, weil Landeschwellen die Piste zusätzlich begrenzen. Sie markieren den Punkt, ab dem Flugzeuge über das Instrumentenlandesystem, den Boden berühren sollen, und führen dazu, dass die Maschinen erst relativ spät auf der Landebahn aufsetzen.

Was hat der Flughafen nun vor? 

Die Positionierung dieser Schwellen werde derzeit geprüft, bestätigte der Flughafen am Freitag auf Anfrage. Man erfülle damit den Auftrag des Aufsichtsrats, den aktuellen Ausbaustand der Start- und Landebahn „nach sicherheitsrelevanten, technischen, logistischen, ökologischen (insbesondere lärmbezogenen) und finanziellen Kriterien neu zu bewerten“.

Hat das einen speziellen Hintergrund?

Der Flughafen GmbH sitzen auch die Fluggesellschaften, darunter Platzhirsch Wizz-Air, im Nacken, die größere Maschinen etwa vom Typ Airbus 321 einsetzen wollen. Damit würde „möglicherweise die Grenze der Leistungsfähigkeit der vorhandenen Infrastruktur überschritten“, heißt es von der Flughafen-Geschäftsführung.

Warum baut man die Landebahn nicht einfach aus? 

Zumindest übergangsweise könnte da eine Erweiterung der nutzbaren Landepiste durch Versetzen der Landeschwellen helfen – denn der vom Flughafen erhoffte Ausbau der Start- und Landebahn liegt bekanntlich auf Eis und würde Jahre dauern. Die Politik ist quer durch die Parteien uneins was einen weiteren Ausbau angeht. Der Aufsichtsrat hatte zumindest beschlossen, die Vorbereitungen für ein Planfeststellungsverfahren in Angrift zu nehmen. 

Was hat Unna mit der Sache zu tun? 

Viele Flieger, die in Dortmund landen, überqueren auch die Nachbarstadt Unna. Die Folge der Landebahn-Verlängerung könnte sein, dass die Flugzeuge noch niedriger als bisher einfliegen. Besonders betroffen ist Unna-Massen, weil dort die Flugzeuge unmittelbar über den Dächern einfliegen. Die Start- und Landebahn beginnt unmittelbar an der Stadtgrenze. 

Weil in Dortmund Westwind vorherrscht, landen die meisten Maschinen aus Richtung Unna. Nur wenn der Wind aus Richtung Osten weht, was seltener vorkommt, wäre Aplerbeck am stärksten von niedrigeren Anflughöhen betroffen. 

Und was sagen die Flughafen-Kritiker zu den Plänen? 

Angesichts der Gedankenspiele sind die Flughafen-Gegner auf jeden Fall schon alarmiert. Sie sehen darin ein weiteres Beispiel für die „Salamitaktik“ zum Ausbau des Flughafens – „einmal mehr zu Lasten der Bevölkerung“. Denn wenn die Flugzeuge früher auf der Piste aufsetzen, müssen sie auch niedriger über Unna-Massen oder Aplerbeck anfliegen. Man werde solche Planungen nicht klaglos hinnehmen, sondern einer gerichtlichen Überprüfung unterziehen, kündigt Ursula Wirtz von der Schutzgemeinschaft Fluglärm an. 

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