Flughafen: Streit um Nachtflüge vor Gericht

Airport Dortmund

Wird die Nachtflug-Genehmigung für den Dortmunder Flughafen wieder gekippt? Seit Mittwoch beschäftigt der Fall das Oberverwaltungsgericht in Münster. Zwischen Anwohnern und Flughafen ist ein erbitterter Streit um zu erwartende Passagierzahlen ausgebrochen.

WICKEDE

02.12.2015, 09:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Flughafen: Streit um Nachtflüge vor Gericht

Dortmunds Flughafen-Chef Udo Mager (l.) erschien am Mittwoch vor Gericht.

Aktualisierung 14.20 Uhr: 

Neben der Stadt Unna klagen auch sechs Anwohner gegen Starts und Landungen nach 22 Uhr. Einige von ihnen kämpfen schon seit Jahrzehnten gegen Fluglärm. Jetzt befürchten sie, dass alles noch viel schlimmer wird. Einer der Anwälte sagte im Prozess: "Erst werden die Betriebszeiten verlängert, dann wird die Start- und Landebahn ausgebaut." Das sei Salamitaktik. Von Seiten des Flughafens wurde dieser Vorwurf jedoch sofort zurückgewiesen.

Flughafen-Chef Udo Mager hatte vor Prozessbeginn noch einmal betont, dass Starts und Landungen in den späten Abendstunden eine Voraussetzung für einen erfolgreichen Betrieb des Flughafens seien. Die Airlines bräuchten die Extrazeit für ihre Flugplanung.

Zurzeit können Flugzeuge in Dortmund bis 22.30 Uhr starten und bis 23 Uhr landen - zuzüglich jeweils einer halben Stunde für Verspätungen. Genau diese Genehmigung wollen die Kläger vor Gericht wieder kippen. Gestritten wird dabei vor allem auch darum, ob es für die Nachtzeit überhaupt einen Bedarf gibt. Und auch die Richter haben schon kritisch nachgefragt. In einem der Gutachten gibt es nämlich tatsächlich einen Rechenfehler. Ob sie die Ausweitung der Betriebszeiten wieder kippen werden, ist unklar. Das Urteil fällt voraussichtlich am Donnerstag. 

Erste Meldung 9.48 Uhr:

Gegen Fluglärm zu später Stunde ziehen Anwohner und die Stadt Unna vor Gericht. Sie wehren sich gegen eine Verlängerung der Start- und Landezeiten am Flughafen Dortmund. Dieser bangt um seine Konkurrenzfähigkeit, falls die Klage erfolgreich ist.

Mit einer Klage gegen den spätabendlichen Betrieb am Flughafen Dortmund beschäftigen sich am Mittwoch Nordrhein-Westfalens oberste Verwaltungsrichter. Anwohner und die Nachbarstadt Unna wehren sich gerichtlich gegen eine Verlängerung der Start- und Landezeiten. Seit Änderung der Betriebszeiten im Mai 2014 dürfen Flieger planmäßig bis 22.30 Uhr starten und bis 23 Uhr landen. Verspätete Flieger erhalten sogar eine Ausnahmegenehmigung, für eine Landung bis halb zwölf.

Die Kläger halten die verlängerten Flugzeiten für überflüssig und stören sich an nächtlichem Fluglärm. Nach Auffassung der Flughafenbetreiber ist die Verlängerung jedoch alternativlos, um im Konkurrenzkampf der Flughäfen bestehen zu können. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat für die mündliche Erörterung zwei Tage angesetzt. 

mit dpa-Material

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