Flughafen Dortmund: Kleine Airlines zahlen deutlich mehr

Neue Entgeltordnung

Die Start- und Landegebühren am defizitären Flughafen in Wickede sind für die großen Airlines weiter im Sinkflug. So zahlt der Platzhirsch, die ungarische Wizzair, seit Anfang des Jahres nur noch die Hälfte des Startentgelts pro Passagier. Dafür müssen die kleinen Fluggesellschaften deutlich mehr berappen.

WICKEDE

, 12.10.2016, 02:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Flughafen Dortmund: Kleine Airlines zahlen deutlich mehr

Eine startende Ryanair-Maschine.

Im Jahr 2000 zahlten Fluggesellschaften mit mehr als einer Million Passagieren umgerechnet noch 10 Euro pro Fluggast, im letzten Jahr waren es drei Euro, jetzt nur noch 1,50 Euro. 2015 zählte WizzAir 1,144 Millionen Passagiere in Dortmund, das sind mehr als 50 Prozent des Passagieraufkommens in Wickede (1,985370 Millionen in 2015). Ryanair und Germanwings/Eurowings (über 250.000 Passagiere pro Jahr) sind nur noch mit 4,40 Euro statt bislang 5 Euro dabei.

Dagegen müssen kleine Fluggesellschaften wie die türkische Sun Express mit bis zu 50 000 Passagieren pro Jahr jetzt 18 statt 10 Euro Startentgelt pro Fluggast entrichten. Wenn man allein diese Zahlen überschlägt, ist die neue Entgeltordnung, die kostendeckend sein muss, ein Verlustgeschäft.

Dennoch erklärt die Flughafen-Geschäftsführung über Sprecherin Annika Neumann auf Anfrage, dass „durch die zusätzliche Spreizung der Startentgelte nach Passagiervolumen und gesonderten Ausweis von Anflugentgelten“ die Einnahmen nicht sinken, sondern leicht um 10 bis 15 Prozent steigen. Und das, obwohl die Passagierzahlen auch in diesem Jahr die zwei Millionen nicht erreichen werden, wie Flughafenchef Udo Mager im Interview mit dieser Redaktion ausgeführt hat.

Start- und Landebahn

Bleibt nur die Möglichkeit, dass die von Neumann erwähnten, gesondert ausgewiesenen „Anflugentgelte“ deutlich höher ausfallen. Dass möglicherweise nach 15 Jahren die in diesem Jahr weggefallene Abschreibung für den Ausbau der Start- und Landebahn den finanziellen Spielraum bei der Entgeltordnung geschaffen hat, weist der Flughafen zurück.

Auch dem Eindruck, dass der Flughafen angesichts des Millionendefizits mit der neuen Entgeltordnung vor allem WizzAir in Dortmund halten will und entsprechendem Druck nachgegeben hat, tritt die Geschäftsführung entgegen. Annika Neumann: „Es hat keine Senkung der Entgelte für ein spezielles Luftverkehrsunternehmen gegeben. Vielmehr folgt die neue Entgeltordnung in ihrer Struktur explizit den EU-Vorgaben.“ Alle Nutzer hätten in gleicher Weise die Möglichkeit, davon zu profitieren.

Legt man die Passagierzahlen von 2015 der alten Entgeltordnung für das Startentgelt zugrunde, haben sich für den Flughafen rund 5,5 Millionen Euro ergeben. Nach der neuen Entgeltordnung wären für 2015 nur noch 3,6 Millionen Euro zusammengekommen. Bleibt die Frage, wie hoch die gesondert ausgewiesenen Anflugentgelte sind und wie sich die Fluggastzahlen in 2016 entwickeln.

 

 

 

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