Fleisch kaufen statt Tanzen: Club öffnet in Corona-Krise mit neuem Angebot

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Die Gastronomie ist von der Corona-Krise schwer gebeutelt. Es gibt aber auch Neuerungen, die jetzt umgesetzt werden. Eine ungewöhnlich anmutende Idee zweier Dortmunder Unternehmer fällt in diese Kategorie.

Dortmund, Unionviertel

, 07.06.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Not macht erfinderisch“, das ist für Thomas Pieper und Till Hoppe, Geschäftsführer der Panurama GmbH, die die Gastronomie rund um das Dortmunder U betreibt, das Motto im Umgang mit der Corona-Krise. Um das Restaurant Emil und das Moog, das normalerweise an verschiedenen Tagen mal Bistro, mal Cocktailbar und mal Club ist, durch die Krise zu bringen, sind die beiden kreativ geworden.

Sie haben während der Schließungszeit an mehreren Stellen umgebaut, die Speisekarte überarbeitet und öffnen nun beide Gastronomien mit einem coronakonformen, neuen Konzept.

Filetshop-Pop-up-Store im Moog

Wo vor Corona-Zeiten getanzt und am Cocktail genippt wurde, gibt es im Moog jetzt eine Verkaufstheke und ein Kühlregal. Es handelt sich dabei um den Pop-Up-Store des Filetshops, der seit dem 15. Mai geöffnet ist. Mit Beratung durch Fleischsommelier und Filetshop-Initiator Martin Hesterberg.

Früher führte Hesterberg eine Filetshop-Filiale an der Saarlandstraße, zwei weiteren in Unna und Essen und die Steak-Akademie in Dorstfeld. Finanziell stand es in den vergangenen Jahren aber nicht gut um die Gruppe. Die große und langwierige Baustelle an der Saarlandstraße habe der Dortmunder Filiale den Rest gegeben, so Hesterberg. Daher nun der Pop-up-Store über die Panurama GmbH, der bereits im vergangenen Jahr beschlossen wurde. Lange vor Corona.

Die neue Terrasse des Emil ist im mediterranen Stil gestaltet.

Die neue Terrasse des Emil ist im mediterranen Stil gestaltet. © panUrama GmbH

Das Emil im Gewölbekeller des U, dessen Team um Küchenchef Sebastian Felsing sich eine hohe Fleischkompetenz auf die Karte schreibt, serviert das von Hesterberg auf der ganzen Welt sorgfältig ausgewählte und eingekaufte Fleisch schon seit geraumer Zeit.

Umbau im Emil

Nicht nur die Kooperation mit Martin Hesterberg, sondern auch den neue Außenbereich des Emil am Emil-Moog-Platz haben Hoppe und Pieper schon vor der Krise geplant. Unter einer neuen Bedachung, zwischen deren Balken das Sonnenlicht ein interessantes Schattenspiel auf Tischen und Stühlen kreiert, entsteht dank Olivenbäumen und Blumenampeln mit Kräutern eine mediterrane Atmosphäre.

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Im Gewölbekeller des Emil gibt es ebenfalls einige Veränderungen. Diese sind zwar Hygiene- und Abstandsmaßnahmen geschuldet, fügen sich aber in den Stil des Restaurants ein. Durch Vorhänge vom Hauptraum getrennte Separees gab es dort bereits. Anstelle von Plexiglasscheiben oder Plastikwänden teilen mobile Trennwände aus gemasertem Holz den Rest des Raumes in einzelne Parzellen.

Im Restaurant Emil gibt es jetzt Trennwände und mehr Vorhänge.

Im Restaurant gibt es jetzt Trennwände und mehr Vorhänge. © Rebekka Wölky

Es solle gleichzeitig schön und sicher sein, sagt auch Thomas Pieper. „Wir merken, dass viele Menschen eine hohe Hemmschwelle entwickelt und extreme Bedenken haben, indoor essen zu gehen. Darum wollen wir sicherer sein als jeder Supermarkt“, sagt er. „Wir haben unsere Kapazitäten beschränkt und sorgen immer für eine vernünftige Belüftung“, erklärt Hoppe. Trotzdem sind beide froh über den neuen Außenbereich, für Gäste, die nicht im Restaurantinneren sitzen möchten.

Preisgünstiger: Moog Garden & Grill

“Außenbereich“ ist auch für eine weitere Veränderung bei der U-Gastronomie das Stichwort. Der Beachclub mit Sandfläche, der zum Moog gehört, wird zum „Moog Garden & Grill“. Hier können Gäste das Fleisch, das es im Pop-up-Store zu kaufen gibt, vom Grill bestellen.

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Ein Background DJ und eine Bar sind ebenfalls Teil des Konzepts. „Die Leute sollen nicht nur kommen, schnell einen Kaffee trinken und wieder gehen, sondern verweilen und sich von den Strapazen der vergangenen Monate erholen. Man macht nicht mehr als das, was man zurzeit darf, aber das dann wenigstens in seiner schönsten Form“, so Hesterberg. Der Biergarten öffnet, je nach Wetterlage, erstmals zwischen dem 10. Juni und dem 12. Juni, danach von donnerstags bis samstags ab 17 Uhr.

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