Ein Mann läuft in einem Fitnessstudio auf einem Laufband. Das soll in Deutschland bald wieder möglich sein. © dpa
Coronavirus

Fitness-Studios in Dortmund machen sich startklar für die Öffnung

Öffnen? Ja oder nein? Und wenn, unter welchen Voraussetzungen? Für Dortmunds Fitness-Studios sind noch Fragen offen. Trotzdem bereiten sich viele darauf vor, im März wieder loslegen zu können.

„Wir gehen aktuell davon aus, dass wir im März öffnen“, sagt Moritz Mühleck, Betreiber des 3500 Quadratmeter großen Studios „Fit One“ im Karstadt-Sporthaus. „Sicher sind wir uns allerdings noch nicht.“ Folgt man den Buchstaben der jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen, wäre „kontaktfreier Sport“ im Inneren frühestens ab 22. März möglich.

Voraussetzung: Der Inzidenzwert muss unter 50 pro 100.000 Einwohnern liegen. In Dortmund ist das aktuell (noch) nicht der Fall. Liegt der Inzidenzwert zwischen 50 und 100, dürfen Fitness-Studios zwar ebenfalls öffnen – Besucher müssen dann aber einen tagesaktuellen und negativen Schnell- beziehungsweise Selbsttest vorlegen.

„Uns ist beispielsweise noch unklar, ob das reicht oder ob wir Besuchern bei Inzidenzwert von mehr als 50 vorher Termine vergeben müssen“, sagt Mühleck. „So oder so: Wir werden auf jeden Fall vorbereitet sein“, verspricht der Geschäftsführer.

Man stehe mit einem Importeur in Verhandlungen über den Ankauf von Schnelltests. Geplant sei, jedes Studio mit rund 1000 solcher Testmöglichkeiten zu versorgen und sie Besuchern, die ohne Test erscheinen, gegen einen „geringen Preis“ anzubieten. „Sollte eine Online-Terminvergabe notwendig werden, sind wir auch dafür gewappnet“, sagt Mühleck. „Das System für eine Terminvergabe steht parat.“

Auflagen könnten kleinem Studio Probleme bereiten

Das gelte auch für die rund 20 Mitarbeiter, die sich in Kurzarbeit befänden. „Die vergangenen Wochen waren einfach nur frustrierend“, so Mühleck. Zumindest habe man die Zeit nutzen können, um beispielsweise Reparaturen zu erledigen und Wände zu streichen.

Gedämpft hoffnungsfroh zeigt sich Anke Schrimpf, Betreiberin des Mrs. Sporty Club an der Liebigstraße im Kreuzviertel. „Planungstechnisch ist das alles sehr, sehr schwierig“, sagt sie. „Ich würde gern am 22. März öffnen, kenne aber die genauen Vorgaben noch nicht.“ Von daher bleibe im Augenblick nichts anders übrig, „als die Glaskugel zu lesen“.

Sie müsse abwarten, welche Spezifizierungen in der Corona-Schutzverordnung des Landes NRW genannt würden. „Mich als Betreiberin eines kleinen Studios haben die Beschlüsse nicht wirklich weitergebracht“, sagt Schrimpf. Die Hürden, die bei Inzidenzen zwischen 50 und 100 aufgebaut würden, seien für kleinere Einheiten betriebswirtschaftlich schwer zu meistern.

Auch McFit-Studios stehen in den Startlöchern

Eine Online-Terminvergabe lasse sich zwar händeln, so Schrimpf. Aktuell sei für sie aber völlig offen, wie viele Kundinnen sie beispielsweise zu welchen Bedingungen gleichzeitig in das rund 200 Quadratmeter große Studio lassen könne. Die Tests, die im Falle von Inzidenzen zwischen 50 und 100 notwendig werden, bereiten ihr ebenfalls Kopfschmerzen.

„Wer soll das prüfen?“, fragt sie. „Ich kann ja nicht extra jemanden abstellen, der von 6Uhr morgens bis 22 Uhr abends die Tests kontrolliert.“

Fitness-Studios seien keine Infektionstreiber, hätten aber trotz Hygienekonzepten schließen müssen. „Das ist einfach nur ärgerlich“, sagt Schrimpf. Die nächste Investition steht schon an: Die Studio-Betreiberin möchte Luftfilter einbauen lassen. „Das sind noch mal zehntausend Euro.“

Hygienekonzepte können angepasst werden

Einen exakten Öffnungstermin für ihre McFit- und John Reed-Studios in Dortmund kann auch die RSG-Group noch nicht nennen. Man werde öffnen, sobald es die NRW-Verordnung erlaube und sei auch bereits dabei, alle notwendigen Schritte vorzubereiten, heißt es.

Das heißt: Terminvergabe online, Maskenpflicht für Besucher und Mitarbeiter, Abstandregeln und regelmäßiges Desinfizieren. „Unser Hygienekonzept wird vollständig angepasst“, heißt es. Zum Vorlegen eines negativen Tests im Falle von Inzidenzen über 50 äußerte sich das Unternehmen aktuell nicht.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.