Firmenfeier sorgt für Straßensperrung, einen Kilometer Umweg – und Ärger bei Anwohnern

dzBaroper Straße

Dass die Baroper Straße rund um die Hausnummer 237 wegen eines Firmenjubiläums gesperrt war, stieß bei den Bewohnern eines Hauses sauer auf. Denn die hätten nichts davon gewusst.

Barop

, 18.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da staunten die Anwohner der Baroper Straße 241 nicht schlecht: Plötzlich war am Donnerstag (12. September) ab 18 Uhr das Teilstück ihrer Straße um das Büro des Bauingenieur Assmann mit einem Bauzaun und Schildern gesperrt.

„Wir dachten erst, dass es sich um eine Baustelle handelt“, sagt ein Anwohner, der namentlich nicht erwähnt werden will. Doch dann wären plötzlich Bierzeltgarnituren und ein Getränkewagen aufgebaut worden. Das sorgte für Verwirrungen – und auch Verärgerung.

Der Grund: Assmann feierte am Freitag sein 60. Firmenjubiläum und hatte dafür eine Sperrung der Straße von Donnerstag, 18 Uhr, bis Samstag, 8 Uhr, angefragt. „Ich finde es nicht in Ordnung, dass die Straße für private Zwecke gesperrt wird“, so der Anwohner. Rechtlich ist es für private Zwecke auch nicht möglich – aber in Ausnahmefällen für gewerbliche Nutzungen.

Diese Rechtsnorm ergeben sich laut Stadt Dortmund aus dem Straßen- und Wegegesetz NRW und der Sondernutzungssatzung der Stadt Dortmund. Eine solche Sondernutzung sei laut Pressesprecher Maximilian Löchter durch das Geschäftsjubiläum gegeben.

Nachträgliche Einladung

„Uns hat das Ganze einen Kilometer Umweg zu unserer Wohnung gekostet, das ist ja auch eine Umweltbelastung“, regt sich der Anwohner auf. Die Baroper Straße ist an dieser Stelle nämlich eine Einbahnstraße. Zumal die Bewohner von der Sperrung nicht im Vorfeld gewusst hätten.

Löchter erklärt, dass in den Genehmigungen dem Veranstalter auferlegt wurde, die betroffenen Anwohner rechtzeitig über die Sperrung zu unterrichten. Die Firma Assmann erklärte auf Anfrage, dass dies auch passiert sei - allerdings bei der Hausnummer 241 schlichtweg vergessen wurde.

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Am Freitagmittag hätte man die Bewohner dann nachträglich noch eingeladen durch einen Brief. „Aufgrund einer Beschwerde beim Tiefbauamt sei man darauf aufmerksam gemacht worden, dass wir nicht eingeladen wurden und das würde man jetzt damit machen“, zitiert der Anwohner das Schreiben. „Das war uns aber viel zu spät, wir sind dann nicht mehr hingegangen.“

Kosten trägt nicht der Steuerzahler

Prinzipiell habe der Baroper auch kein Problem mit Straßensperrungen für Stadtfeste oder Ähnliches. „Aber für Jubiläen finde ich es unerhört“, sagt er. Er befürchte zusätzliche Kosten für den Steuerzahler durch den Auf- und Abbau der Schilder durch Mitarbeiter der Stadt.

Doch auch da kann Löchter Entwarnung geben: „Die Kosten der Verkehrssicherungsmaßnahmen werden durch den Erlaubnisnehmer (Firma Assmann) getragen“, sagt er. Auf welche Höhe diese sich belaufen, ist nicht klar.

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