Filmklub sucht Filmschnipsel von Brackeler Festen und Veranstaltungen aus diesem Jahr

dzSerie „Auf ein Eis mit ...“

Der Filmklub Dortmund mit Sitz in Brackel feiert demnächst einen runden Geburtstag, Auch bitten die Filmfans die Brackeler um Mithilfe bei einem aktuellen Projekt.

Brackel

, 19.08.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Filmklub Dortmund besteht in diesem Jahr seit 80 Jahren. Außerdem möchten die Mitglieder noch einmal um Mithilfe bei ihrem neuesten Brackel-Film bitten. Zwei gute Gründe, mit Ihnen ein Eis zu essen. 2. Vorsitzender Hans Joachim Hirschfeld (70) und Pressesprecher Volker Krieger (55) waren dabei.

Hallo Herr Hirschfeld, hallo Herr Krieger, wie läuft‘s bei Ihrem Brackel-Film?

So mittelgut. Wir hatten ja auch über Sie einen Aufruf gestartet - mit der Bitte, Veranstalter von kleineren Festen sollen uns doch bitte Filmschnipsel schicken, gerne auch solche, die mit dem Handy aufgenommen worden sind. Da hat sich bisher nur einer gemeldet.

Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, wollen Sie nach ihrem Film über die Brackeler Geschichte nun eine Art Jahresrückblick für 2019 drehen.

Ja, genau, richtig.

Ist der jetzt in Gefahr?

Nein, wir waren ja selbst bei ganz vielen Veranstaltungen, auf denen wir gefilmt haben. Zum Beispiel beim Balou-Sommerfest, der Neueröffnung von dreesen-lesen, dem Büchermarkt an der Evangelischen Kirche, bei B-Klassik und so weiter. Einige Veranstaltungen wie der Balou-Trödelmarkt und natürlich das Oktoberfest kommen ja auch noch. Wir hätten nur auch gerne Filmmaterial von kleineren Veranstaltungen wie zum Beispiel von Festen in Kleingartenanlagen.

Wie kann man Kontakt zu Ihnen aufnehmen?

Eine gute Gelegenheit ist der 27. August ab 19.30 Uhr im Gasthaus Pape, Flughafenstraße 66. Da sprechen wir über den Brackel-Film. Ansonsten einfach anrufen (Tel. 0231- 5310416) oder eine E-Mail schicken: volkerkrieger@gmx.de. Wichtig ist übrigens, dass die Leute uns Querformate schicken. Oft filmen sie mit Handy im Hochformat. Insgesamt soll der Film so zwischen 60 und 80 Minuten lang werden. Premiere ist am 14. Januar um 18 Uhr in der Kommende. Eine zweite Vorstellung gibt‘s um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Aber wir werden vermutlich ab November über dreesen-lesen Reservierungen vornehmen.

Kommen wir mal zu Ihrem Jubiläum. Feiern Sie das?

Ja, am 7. September ab 11 Uhr mit geladenen Gästen im Gasthaus Pape. Auch OB Sierau hat sich angekündigt.

80 Jahre. Jetzt muss ich rechnen. 1939. In dunkler Nazi-Zeit hat sich der Verein gegründet.

Ja, aber während des Krieges lag das Vereinsleben brach. Erst in den 50er-Jahren ging es dann langsam wieder los. Der Ehemann der „filmenden Bäckersfrau“ Elisabeth Wilms, Erich Wilms, war damals Vorsitzender. Elisabeth Wilms hat in dieser Zeit viele Filme gedreht, die zeigten, wie arg zerstört Dortmund war. Das hat mit dazu beigetragen, dass die Dortmunder Hilfslieferungen von außerhalb bekamen. Ein Film, der damals unter der Regie des Filmklubs entstand, ist heute noch bei YouTube zu sehen. „Die Umleitung“ heißt er. Auch darin sieht man, wie stark zerstört die Stadt war.


Wieviele Mitglieder hatten Sie damals?

So 25 bis 30 etwa. Heute sind es seit Jahren stabil um die 60.

Also haben Sie keine Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden, wie andere Vereine?

Nein, eigentlich nicht, obwohl wir natürlich auch sehr gerne mehr jüngere Menschen integrieren würden.

Woran scheitert‘s?

Tja, vielleicht haben sie einfach keine Lust, sich regelmäßig in einer Gaststätte mit uns älteren Herren zu treffen. Wir hatten mal eine junge Truppe da, die uns einen Film gezeigt haben, den sie mit Lego-Steinen gemacht hatten. Das war toll. Wir waren beeindruckt. Leider sind sie danach nie wiedergekommen.

Können Sie von solchen jungen Filmemacher, die mit dem Handy unterwegs sind, etwas lernen?

Ja klar, wir könnten wahrscheinlich gegenseitig voneinander lernen.

Könnten Sie oder Ihre Mitglieder sich ebenfalls vorstellen, aufs Handy umzustellen.

Nein, ich glaube nicht. Vielen von unseren Mitgliedern geht es auch um die Technik der modernen Kameras. Daran haben sie Spaß. Und vieles - wie zum Beispiel zoomen oder mit verschiedenen Blenden und Belichtungen arbeiten - kann man mit dem Handy derzeit doch noch nicht ganz so gut. Wichtig ist auch der Ton. Mit den heutigen 4k-Kameras, die so um die 2000 Euro kosten, kommt man technisch fast an Profi-Qualität heran. Natürlich will man dann auch einen Computer haben, der die Kapazität hat, diese Datenmengen zu verarbeiten. Und dann braucht man noch einen 4k-Beamer oder -Fernseher.

Was hat sich im Filmklub verändert, seitdem Sie eingetreten sind?

Durch die Digitalisierung sind die Filme technisch besser geworden. Heute kann man zum Beispiel viel mehr Rohmaterial produzieren, weil es einfach billiger geworden ist, aus dem man dann nachher einen schönen Film zusammenschneiden kann. Früher musste man sich doch bei jedem Schwenk überlegen, ob man sich den überhaupt noch leisten kann.

Ich habe irgendwo gelesen, dass Sie demnächst auch ein Reisefilm-Seminar anbieten ...

Ja, Michael Preis macht das: am 19. Oktober ab 9.30 Uhr in der Kommende. Das kostet 35 Euro inklusive Mittagessen, Kaffee und Kaltgetränken. Anmeldungen bis 21. September unter E-Mail mikepreis@arcor.de. Und dann gibt‘s auch noch den Reisefilmtag am 12. Oktober im DSW-21-Werksaal an der Von-den-Berken-Straße 10.

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