Feuer in der Gaststätte „Tränke“: Haus-Eigentümer stehen schockiert vor dem Flammenmeer

dzGroßeinsatz in Bodelschwingh

Der Großeinsatz der Feuerwehr an und in der brennenden Gaststätte „Tränke“ in Bodelschwingh dauerte über drei Stunden. Was aus dem stark beschädigten Gebäude wird, ist noch unklar.

Bodelschwingh

, 25.09.2019, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mittwochmittag (25. 9.) war es mit der Ruhe an der Richterstraße in Bodelschwingh vorbei: Drei Löschzüge und rund 80 Einsatzkräfte der Feuerwehr trafen dort nach und nach ein, um einen Großbrand in der Traditionsgaststätte „Tränke“ in Bodelschwingh zu löschen.

Die Nachricht von der brennenden Gaststätte machte in der Nachbarschaft schnell die Runde. Dafür sorgte auch die dichte schwarze Rauchsäule über dem nordwestlichen Ortsteil. Große Panik brach aber nicht aus, aus sicherer Entfernung und recht gelassen beobachteten einige Anwohner auf der Straße das Treiben der Feuerwehrleute.

Auch die Eigentümer der Immobilie, Gisbert und Susanne Westermann, waren herbeigeeilt. „Das muss ich jetzt erst mal sacken lassen“, sagte ein offensichtlich geschockter Gisbert Westermann. Er sei zunächst einmal froh, dass niemand ernsthaft verletzt worden ist.

Feuer in der Gaststätte „Tränke“: Haus-Eigentümer stehen schockiert vor dem Flammenmeer

Das Nachbargebäude der Gaststätte, Elberskamp 21, wurde vorsichtshalber evakuiert. Um 14.15 Uhr konnten die Bewohner zurück in ihre Wohnungen. © Beate Dönnewald

Feuer breitete sich auf den Dachstuhl aus

Einzig das Pächter-Ehepaar musste mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Annegret und Rolf Oehme waren in ihrer Gaststätte, als das Feuer im Küchenbereich ausbrach. Sie hatten um 11.59 Uhr die Feuerwehr alarmiert. Seit über 30 Jahren betreiben sie das beliebte Restaurant.

Da sich das Feuer beim Eintreffen der Feuerwehr bereits sehr weit ausgebreitet hatte, konnten die Brandschützer ein Übergreifen des Brandes auf den Dachstuhl des eingeschossigen Gebäudes nicht verhindern. Angesichts der dramatischen Lage löste der Einsatzleiter schnell eine hohe Alarmstufe aus.

Feuer in der Gaststätte „Tränke“: Haus-Eigentümer stehen schockiert vor dem Flammenmeer

Hans-Herbert Buller (l.) war einer der Bewohner, die das Nachbargebäude verlassen mussten. Trotz großer Schmerzen wartete er geduldig darauf, in seine Wohnung zurückkehren zu dürfen. © Beate Dönnewald

„Da wird viel kaputt gegangen sein“

Die Zukunft der stark beschädigten Immobilie, Baujahr 1964, ist ungewiss. „Dazu kann ich jetzt wirklich noch gar nichts sagen, aber da wird viel kaputt gegangen sein“, so Gisbert Westermann. „Das sieht alles nicht schön aus.“

Damit die Flammen nicht auch noch das Nachbargebäude, Elberskamp 21, in Mitleidenschaft zogen, bauten die Retter über eine Drehleiter eine sogenannte „Riegelstellung“ auf und kühlten die angrenzende Hauswand. Vorsorglich wurde das Gebäude evakuiert, in dem sich zu diesem Zeitpunkt aber nur zwei Bewohner aufhielten.

Feuer in der Gaststätte „Tränke“: Haus-Eigentümer stehen schockiert vor dem Flammenmeer

Aus sicherer Entfernung beobachten einige Anwohner die Löscharbeiten der Feuerwehr rund um die Gaststätte "Tränke". © Beate Dönnewald

Einer von ihnen war Hans-Herbert Buller, der gerade vom Arzt gekommen war und sich über den Rauchgeruch gewundert hatte. „Ich dachte, hier grillt einer“, erzählte er. Erst durch die Rettungskräfte habe er von dem Feuer erfahren. „Sie sind sehr umsichtig mit uns umgegangen“, lobte er die Feuerwehrleute. Um 14.15 Uhr konnte der unter starken Schmerzen leidende Mann zurück in seine Wohnung.

„Keine gesundheitsgefährdenden Konzentrationen in der Luft“

Aufgrund der starken Rauchentwicklung, die in Bodennähe durch die angrenzende Siedlung zog, wurden zusätzlich zwei Fahrzeuge zur Messung der Luft auf enthaltene Schadstoffe eingesetzt. Gesundheitsgefährdende Konzentrationen stellten die Experten aber nicht fest.

Feuer in der Gaststätte „Tränke“: Haus-Eigentümer stehen schockiert vor dem Flammenmeer

Mandy Griese (r., mit Nachbarin Monika Bußmann) erfuhr durch eine Bekannte per Whatsapp von dem Brand. Weil sie die Ausmaße vor Ort nicht kannte, hatte sie vorsorglich ihren Sohn direkt aus der Grundschule abgeholt, damit er den Weg nicht alleine laufen musste. © Beate Dönnewald

Während des Feuereinsatzes waren die Richterstraße und die Straße Elberskamp für den Autoverkehr gesperrt. Kurz nach 15 Uhr hob die Polizei die Sperrung wieder auf. Etwa zur selben Zeit beendeten auch die Einsatzkräfte die Nachlöscharbeiten. Am frühen Abend sollte noch eine Kontrolle durch die Feuerwehr erfolgen. „Mit einer Wärmekamera können wir mögliche Glutnester aufdecken“, so Feuerwehrsprecher Andreas Pisarski.

Feuer in der Gaststätte „Tränke“: Haus-Eigentümer stehen schockiert vor dem Flammenmeer

Während der Löscharbeiten waren die Richterstraße (Foto) und die Straße Elberskamp für den Autoverkehr gesperrt. © Beate Dönnewald

Zur Brandursache konnte die Polizei bis Redaktionsschluss noch nichts sagen. Mit ersten Ergebnissen sei wahrscheinlich am Donnerstag zu rechnen, so eine Polizeisprecherin.

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