Feuer im Dortmunder Bethel-Haus: Ex-Bewohner soll in die Psychiatrie

Landgericht

Im Dezember 2019 wütete in einem Zimmer in der Bethel-Wohneinrichtung „Haus Kesselborn“ ein Feuer. Einem Ex-Bewohner droht jetzt wegen Brandstiftung die Zwangseinweisung in die Psychiatrie.

Dortmund

, 31.07.2020, 08:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Sicherungsverfahren gegen den Ex-Bewohner des Hauses "Kesselborn" findet am Dortmunder Landgericht statt.

Das Sicherungsverfahren gegen den Ex-Bewohner des Hauses "Kesselborn" findet am Dortmunder Landgericht statt. © Stephan Schütze

Knapp acht Monate nach einem Zimmerbrand in der Bethel-Wohneinrichtung „Haus Kesselborn“ hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag gegen einen verdächtigen Ex-Bewohner (60) die zeitlich unbefristete Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie beantragt – die Verteidigung dagegen sieht für eine Brandstiftung weder ausreichend Beweise noch ein Motiv.

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Die Staatsanwaltschaft ist fest davon überzeugt, dass der wegen einer schizophrenen Psychose als schuldunfähig einzustufende Bewohner am 15. Dezember 2019 in seinem Zimmer Feuer gelegt hat. Sehr wahrscheinlich soll eine im Bad in der Dusche versteckte Zigarette den Brand ausgelöst haben. Hinweise auf Brandbeschleuniger hatten Gutachter des Landeskriminalamtes bei einer Materialuntersuchung am Siphon nicht finden können.

Unberechenbare Gefahr für die Allgemeinheit?

Während die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten, der von Anfang an beteuert hat, nicht heimlich geraucht zu haben, als unberechenbar und eine Gefahr für die Allgemeinheit einstuft, hält die Verteidigung eine beantragte Zwangseinweisung nicht für vertretbar.

„Es gab keinen Streit, keine Frustration, keine Selbstmordgedanken – wir haben keine Anhaltspunkte, warum er das gemacht haben sollte“, hieß es. Das Urteil wollen die Richter am Mittwoch (5.8.) verkünden. Eine Bestrafung im klassischen Sinne ist ausgeschlossen.

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