Festi Ramazan: Polizei stoppt Bauarbeiten für Zaun

Fastenmonat-Festival

Wieder Ärger am Remydamm: Weil die Veranstalter des Festi Ramazan ohne Baugenehmigung einen Zaun errichtet haben, schalteten Anwohner Sonntag die Polizei ein. Fürs Bauen gibt es einen Grund.

Dortmund

, 28.04.2019, 17:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Festi Ramazan: Polizei stoppt Bauarbeiten für Zaun

Weil der Veranstalter des Festi Ramazan ohne Genehmigung einen Bauzaun um das Gelände aufgestellt hatte, musste er nach Einschreiten der Polizei die Bauarbeiten einstellen. © Schaper

Auf dem Parkplatz E am Remydamm in Dortmund haben längst die Bauarbeiten für das muslimische „Festi Ramazan“ begonnen. Zelte und Gastronomie-Stände durfte der Veranstalter auch ohne Baugenehmigung errichten. Allerdings hat er aus Zeitgründen mit dem Aufbau eines Zauns begonnen, der das gesamte Gelände umschließt. Damit hätte er nur mit der Baugenehmigung in der Hand beginnen dürfen. Das hatte die Stadtverwaltung Dortmund öffentlich mitgeteilt.

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Die vom Vorgehen der Verwaltung und des Rates der Stadt Dortmund ohnehin enttäuschten Anwohner der Johannes-Scherer-Straße und der Brünninghauser Straße wollten sich das Vorgehen des Veranstalters nicht länger gefallen lassen – und schalteten am Sonntagnachmittag die Polizei ein. Denn auch sie hatten gehört, dass für den Zaunaufbau eine Genehmigung erforderlich sei.

Baustelle nur sichern

Weil der Veranstalter keine Baugenehmigung vorlegen konnte, forderte der Einsatzleiter der Polizei ihn auf, sofort die Bauarbeiten zu stoppen. Arbeiter durften nur noch wertvolle Gegenstände wie Baugeräte sichern, aber keine Aufbauarbeiten fortführen. Das bestätigte am Sonntagnachmittag die Leitstelle der Polizei.

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Ein Anwohner sagte am Sonntag, dass auf dem 320 Meter von dem Wohngebiet entfernten Festival-Gelände in der Nacht zu Sonntag Lkw bewegt worden seien. Das schürt die Zweifel der Anwohner, die keine grundsätzliche Kritik an einem Festival im muslimischen Fastenmonat äußern, aber befürchten, über einen Zeitraum von vier Wochen in den Nachtstunden keine Ruhe zu bekommen.

Genehmigung am ersten Tag

Ein Sprecher des Veranstalters nannte einen Grund, warum der Bauzaun auch ohne Genehmigung errichtet worden sei: „Der Zaun hat die bereits errichteten Stände und Zelte abgesichert.“ Eine endgültige Genehmigung werde es ohnehin erst nach einer Bauabnahme voraussichtlich am Freitag (3. Mai) geben. Das sei auch in den vergangenen Jahren immer so gewesen.

Das Festival-Gelände sei ein Sonderbau, sagte der Sprecher, und rechtlich erst dann ein Bau, wenn am ersten Veranstaltungstag der Eintritt erhoben werde. „Wir bauen hier kein Haus“, sagte er. Für den Aufbau von Volksfesten gebe es Ausnahmegenehmigungen für Sonntage.

Die Dortmunder Polizei wird die Stadtverwaltung über die Vorgänge informieren. Ob bauordnungsrechtlich ein Verstoß begangen worden ist, muss die Stadt Dortmund entscheiden. Anwohner werden prüfen, ob sie juristisch gegen das Festi Ramazan vorgehen.

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