Fernwärme-Kosten in 2 Jahren um 8,5 Prozent gestiegen – Kunden können sich trotzdem freuen

dzHeizkosten in Dortmund

Heizkosten sind Teil der „zweiten Miete“ – und diese steigt. Haushalte und Firmen mit Fernwärme zahlen seit 1. April 8,5 Prozent mehr als 2017. Trotzdem können sich Dortmunder Kunden freuen.

Dortmund

, 16.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Regelmäßig zum 1. April und zum 1. Oktober passt der Ernergieversorger DEW21 in Dortmund die Heizkosten für die Fernwärme an – nach oben und nach unten, wie Gabriele Doboviesek, Sprecherin der DEW21, betont. Zum 1. April hat sich der Arbeitspreis für ein Musterobjekt mit einer Heizleistung von 200.000 kWh von 4,71 Cent auf 5,01 Cent erhöht.

Seit 2017 (4,61 Cent) stiegen die Arbeitspreise damit um 8,5 Prozent an. Auch bei einer Mischkalkulation von Arbeitspreis und Grundpreis (stieg von 41,49 auf 45,13 Euro) liegt der Fernwärme-Kunde genau bei einer Erhöhung von 8,5 Prozent.

Warum aber kann man sich als Fernwärme-Kunde in Dortmund freuen?

  • Die Erhöhung – fest gekoppelt an Preisindizes des statistischen Bundesamtes – liegt in Dortmund sehr viel niedriger als beispielsweise in der Nachbarstadt Bochum. Bei den dortigen Stadtwerken stieg der Arbeitspreis zum 1. April im Vergleich zu 2017 um nahezu 100 Prozent von 6,18 auf 12,33 Cent pro kWh (bis 1. Juli rabattiert um 2,75 Cent). In Bochum heizen 26.000 Haushalte mit Fernwärme.
  • Die Preise für Erdgas sind bei der DEW21 bereits zum Jahreswechsel gestiegen und zwar allein im Vergleich zu 2018 um 6,24 Prozent. 2019 muss ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 8000 Kilowattstunden im Jahr im Tarif „Standard“ mit 726,79 Euro rechnen. 2018 kostet der gleiche Verbrauch noch 684,09 Euro – 42,70 Euro weniger.

Wer heizt eigentlich mit Fernwärme?

Rund 3500 Wohneinheiten und 700 Firmen bzw. Geschäftshäuser heizen in der Dortmunder Innenstadt und in der Norstadt über ein festverlegtes Netz mit Fernwäme. Ein Wechsel z.B. von oder auf Erdgas ist nur sehr schwer möglich.

Kann man die Heizkosten von Fernwärme und Erdgas vergleichen?

Nein. Denn die Versorgung mit Fernwärme erfolgt zentral, so dass es laut Gabriele Doboviesek nicht möglich ist, eine ähnliche Standardrechnung für Fernwärme-Kunden aufzumachen. „Wir versorgen gemischte Objekte, also Firmen mit großen Gebäuden, Geschäftshäuser mit Wohneinheiten und Ähnliches“, so Dovboviesek.

Wie wird sich die Fernwärme in Dortmund entwickeln?

Bis 2023 will die DEW21 das veraltete Dampfnetz in der Dortmunder Innenstadt durch ein modernes Heißwassernetz mit geringeren Wärmeverlusten ersetzen und mit dem bereits bestehenden Heißwassernetz der Nordstadt koppeln. 100 Millionen Euro sollen investiert werden. Zudem wird die bislang auf Erdgas basierende Wärme aus dem Kraftwerk Dortmund durch die Abwärme der Deutschen Gasrußwerke (DGW) ersetzt. „Dadurch sollen jährlich über 45.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden“, erklärt Gabriele Doboviesek.

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