Einen möglichen BVB-Sieg im DFB-Pokalfinale mit einem Autokorso zu feiern, ist am Donnerstag (13.5.) nicht erlaubt. Viele würden es trotzdem gern machen. © digital
BVB-Fans

Feierverbot beim Pokalfinale? „In Dortmund wird die Hölle los sein“

Oberbürgermeister Thomas Westphal und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke haben Fußballfans aufgerufen, beim DFB-Pokalfinale zuhause zu bleiben. Einige Fans kündigen an, sich nicht daran zu halten.

Einem gemeinsamen Statement von Oberbürgermeister und BVB-Geschäftsführer am Sonntag, folgte ein Aufruf der Polizei am Dienstag. Beide mit derselben Botschaft: Bitte, liebe BVB-Fans, feiert zuhause und im kleinen Rahmen, selbst wenn der BVB den Pokal holt.

Kann das funktionieren? Zweifel sind erlaubt. Der Aufruf von Thomas Westphal und „Aki“ Watzke hat jedenfalls in sozialen Netzwerken ein heftiges Kommentar-Gewitter ausgelöst. Die häufigste Zielrichtung der Aussagen: Wir lassen uns das Feiern nicht verbieten.

„Lange genug im Lockdown. Donnerstag wird am Rad gedreht.“

Mache lassen persönliche Prognosen da, wie „Die Post wird abgehen“, „In Dortmund wird Donnerstag die Hölle los sein, wenn dat Dingen da is!“. Ein Nutzer schreibt: „Lange genug im Lockdown. Donnerstag wird am Rad gedreht.“

In einem Beitrag heißt es: „Lieber Herr Watzke, sollte Borussia den Pokal gewinnen werde ich das auch aktiv feiern und es ist mir ,Latte‘, ob das richtig oder falsch ist. Borusse bisse dat kannze nich lern.“

BVB ist wichtiger als Geburtstagspartys oder Silvester

Einige Kommentare weiter bringt ein anderer seine Haltung in diesen Worten auf den Punkt: „Ganz ehrlich, sowas lasse ich mir nicht nehmen… Silvesterfeier? Okay gut Geburtstagsfeier? Ja okay. Dortmund holt einen Titel ? Sag mal, spinnt ihr? Der Verein, den ich liebe und der einen Titel holt und ich darf nicht mehr hinfahren und einfach jubeln und die Fahne schwingen?“

Manche hinterfragen die Logik dahinter, dass bei der EM ab Anfang Juni Zuschauer auch in deutschen Stadien erlaubt sind, man aber gleichzeitig nicht vor der Haustür feiern dürfe. In Frage gestellt wird zudem, ob ein Autokorso wirklich eine Übertragungsgefahr darstelle.

„Istotonisches“ Bier oder Chihuahua im Rucksack

Als nicht ernst gemeinte Ausweichvorschläge zum Feierverbot gibt es das Joggen mit „isotonischem“ Bier oder der Besuch bei Kumpels mit Chihuahua im Rucksack.

Nun bedeuten Ankündigungen im Internet noch nicht, dass sich am Donnerstag wirklich Tausende im Falle eines BVB-Sieges auf den Straßen treffen werden.

Aber die Häufung solcher Aussagen zeigt schon, warum Polizei, Stadtverwaltung und auch der BVB selbst so bemüht sind, auf die Fans in dieser bisher einmaligen Final-Situation einzuwirken.

Pyro-Party nach dem Derbysieg im Februar

In Bochum feierten zuletzt Hunderte den beinahe feststehenden Aufstieg des VfL vor dem Stadion. In Dortmund hatte sich zuletzt dem Derby-Sieg gegen Schalke im Februar gezeigt, dass Fans trotz Corona-Beschränkungen ihrer Freude Ausdruck verleihen wollen.

Mehrere hundert Anhänger hatten die Mannschaft am Trainingsgelände in Brackel mit Pyrotechnik und Gesängen empfangen. Nach dem Pokalfinale wird die Mannschaft nicht nach Dortmund zurückkehren, sondern bleibt in der für alle Vereine angeordneten Quarantäne bis Saisonende.

Polizei kündigt Kontrollen an

Die Polizei Dortmund hat angekündigt, rund um das Spiel und vor allem das Spielende in der Stadt unterwegs zu sein, mit besonderem Blick auf beliebte Fan-Treffpunkte wie den Borsigplatz oder die Plätze in der Innenstadt.

„Jubelfeiern mit sich in den Armen liegenden Fans, auch Autokorsos, sind in diesem Jahr nach dem Schlusspfiff weder möglich noch angebracht. So schwer es für jeden einzelnen Fan sein mag“, schreibt die Polizei in einer Mitteilung.

2017 stand der BVB zuletzt in einem Endspiel. Zehntausenden begleiteten die Mannschaft nach Berlin, in Dortmund gab es mehrere Großleinwand-Übertragungen und nach Spielende spontane Feierlichkeiten auf der Straße.

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Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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