Die Fällung eines alten Ahornbaumes sorgt für Empörung

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Die Fäll-Markierung eines alten Ahornbaumes sorgt für Empörung und einen der seltenen Ortstermine in der Corona-Krise: Wird hier einfach ein Naturdenkmal entfernt?

Deusen

, 19.04.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Ahornbaum steht neben dem Eingang zu einem Spielplatz auf dem Gehweg. Zu seinen Wurzeln parken Autos. Seit Jahrzehnten ist der Baum das erste, das Autofahrer sehen, wenn sie aus dem Kornweg in den Halmweg abbiegen. „Der Baum muss mindestens 100 Jahre alt sein und ist damit ein Naturdenkmal“, war sich CDU-Bezirksvertreter Thomas Bernstein sicher. „Und jetzt soll er gefällt werden?“

Er wollte für den den Erhalt des Ahornbaums in Deusen kämpfen und schaffte es sogar in der Corona-Krise einen der seltenen Ortstermine mit einem Dezernenten der Stadt Dortmund zu ergattern.

Denn eigentlich gilt auch hier: so wenig persönlicher Kontakt wie möglich. Am Donnerstag (16.4.) fand der Ortstermin statt. Mit ernüchterndem Ergebnis.

Der Baum ist krank

„Der Baum ist allerhöchsten 70 Jahre also, vermutlich aber eher um die 60“, sagt Stadt-Pressesprecher Christian Schön im Nachgang. Er gehöre nicht zu den eingetragenen Naturdenkmälern und auch nicht zu den geschützten Alleen im Dortmunder Stadtgebiet.

Bereits im Dezember 2019 sei die Bezirksvertretung Huckarde über die Fällung des Baumes informiert worden. Aber: „Ersatzpflanzungen werden immer für die nächstmögliche Pflanz-Periode vorgesehen – auch in diesem Fall“, sagt Christian Schön.

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Der Grund für die Fällung des Baums, bei dem es sich übrigens um einen Silber-Ahorn handelt, ist ein Pilzbefall. Der Schuppige Porling hat sich am Wurzelhals eingenistet, dem sowohl statisch wichtigsten als auch am schlechtesten zu kontrollierenden Bereich.

Der Pilz verursache im Stamm und an stärkeren Ästen eine intensive Weißfäule,

die zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Bruchsicherheit führen könne. „Eine Kronenreduzierung wäre hier nicht zielführend“, erklärt Christian Schön. „So würde man dem Baum nur die Möglichkeit nehmen, die Stoffe zu bilden, die er benötigt, um sich gegen den Pilz zu wehren.“

Spielplatz und Autos müssen geschützt werden

Auch eine Baumscheibenvergrößerung könne den Ahorn am Halmweg nicht mehr retten, so Schön. Es könne höchstens der Stamm erhalten werden und das sei nicht unbedingt sinnvoll. Denn der angrenzende Spielplatz und die parkenden Autos könnten Gefahr laufen, von dem Stamm getroffen zu werden, wenn die Wurzeln ihn nicht mehr halten.

„Im Wald wäre es nicht ganz so tragisch und der Baum würde irgendwann von allein oder durch einen Sturm umkippen“, gibt Thomas Bernstein seine Erkenntnisse aus dem Ortstermin wieder. „Hier am Spielplatz und mit den Häusern muss er fachmännisch gefällt werden.“

Er sei dennoch froh, nachgehakt zu haben, um nun sicher zu wissen, dass nicht mutwillig ein Naturdenkmal entfernt werde.

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