Fachhochschule Dortmund spielt jetzt in einer Liga mit US-Eliteunis

dzCern

Als erste Fachhochschule weltweit wurde die FH Dortmund in eine bedeutende Forschungsgemeinschaft aufgenommen. An einem Dortmunder Bauteil hängt bald die Arbeit tausender Wissenschaftler.

Dortmund

, 23.07.2019, 17:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Teilchenbeschleuniger LHC ist die größte Maschine der Welt, in ihm herrschen Temperaturen, die milliardenmal heißer sind als im Inneren der Sonne und kälter als das All. Ein entscheidender Teil eines Experiments an diesem Wissenschafts-Monstrum wird bald aus Dortmund kommen.

Seit Ende Juni ist die FH Dortmund Teil der Atlas-Cern-Collaboration. Atlas ist eines der wichtigsten Experimente, die am Europäischen Kernforschungszentrum Cern mit Hilfe des LHC durchgeführt werden. Für dieses Experiment hat der Dortmunder Professor Michael Karagounis eine wichtige Komponente entwickelt.

Stoff aus dem die (Alb-)Träume sind

Karagounis arbeitet an einem Spannungsregler, der für die Stromversorgung der filigranen Sensoren des Experiments eingesetzt wird. Diese müssen rund 10 Jahre lang funktionstüchtig bleiben, in einem Umfeld, das von starker Strahlung durchsetzt ist. Diese Komponente soll im Rahmen eines bald anstehenden Upgrades des Experiments eingebaut werden.

Fachhochschule Dortmund spielt jetzt in einer Liga mit US-Eliteunis

Prof. Dr. Michael Karagounis entwickelt an der FH Dortmund Bauteile für den leistungsstärksten Teilchenbeschleuniger der Welt am CERN. © FH Dortmund

„Wenn mein Regler nicht funktioniert, dann werden zwei große Experimente am Cern nicht mehr laufen“, sagt Michael Karagounis in einem Interview mit der FH. Experimente, an denen tausende Wissenschaftler von mehreren hundert Hochschulen auf der ganzen Welt arbeiten. „Ich habe manchmal einen Albtraum: Ich wache auf, mache den Rechner an und lese: ‚LHC abgeschaltet wegen Energieversorgungsproblemen‘ – und dann wache ich meistens auf.“

„Berkley, Stanford, FH Dortmund“

Mit der Aufnahme in die Atlas-Cern-Collaboration rückt die FH Dortmund – übrigens als erste Fachhochschule weltweit – in eine Liga mit amerikanischen Eliteuniversitäten: „Berkeley, Stanford, FH Dortmund“, zählt Michael Karagounis im Interview mit der FH auf.

Fachhochschule Dortmund spielt jetzt in einer Liga mit US-Eliteunis

Leiterplatte mit Prototyp des Pixelchips, in dem neben der Pixelelektronik auch der Spannungsregler integriert ist. © FH Dortmund

Am Cern werden Elementarteilchen, also Teilchen, die kleiner sind als Atome, auf extrem hohe Geschwindigkeiten beschleunigt und dann zur Kollosion gebracht. Dabei zerfallen sie in noch kleinere Teilchen, die die Wissenschaftler dann messen. Damit wollen sie die Frage beantworten, was die Welt im Innersten zusammenhält. So war das Atlas-Experiment zum Beispiel an der – in Fachkreisen sensationellen – Beobachtung des Higgs-Bosons beteiligt, einem Teilchen, das mit dafür verantwortlich ist, dass Dinge eine Masse haben.

Partnerschaft auf Zeit

Die Aufnahme der FH Dortmund in das Forschungsnetzwerk ist bis 2025 befristet. Für diese Zeit ist ein bestimmtes Arbeitspensum definiert. Der Vorteil der Befristung: Es werden keine Aufnahmegebühren fällig und keine Wissenschaftler der FH müssen nach Genf entsandt werden, um den laufenden Betrieb des Cern zu unterstützen.

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