Aus diesen Zutaten kocht Mario Kalweit ein Lieblingsgericht aus seiner Kindheit. © Stephan Schuetze
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Ex-Sternekoch kocht uns sein Lieblingsgericht – auch zum Nachmachen

Wir bitten Dortmunds dekorierte Köche, uns ihr Lieblingsessen zuzubereiten. Den Anfang macht Mario Kalweit. Der Ex-Sternekoch wagte dafür eine Reise an den Küchentisch seiner Mutter.

Eigentlich bereitet Mario Kalweit hochwertige Speisen zu. Der ehemalige Sternekoch, der jahrelang im WDR bei der Sendung „daheim & unterwegs“ zu sehen war, bietet aktuell in seinem Restaurant auch Essen zum Mitnehmen an.

Auf der Liste steht hier unter anderem Sauerbraten vom Bio Rind mit Apfelrotkohl und Kartoffel-Mohnknödel und Orangensoße oder auch Kalbsragout mit Kräuterseitilingen dazu Schwarzwurzeln und Kartoffelplätzchen.

Wenn man den 53-Jährigen allerdings nach seinem Lieblingsessen fragt, kommt eine Antwort aus dem Bereich der Hausmannskost. „Königsberger Klopse hat meine Mutter früher oft zubereitet. Wir Jungs haben uns immer darauf gefreut, wenn wir vom Spielen nach Hause kamen und die Klopse schon auf dem Tisch standen.“

Klopse, Käsekuchen, Reibekuchen

Der Koch, der seit über 20 Jahren das Restaurant „La cuisine Mario Kalweit“ in der Lübkestraße betreut, wuchs mit zwei Brüdern auf. Seine Mutter stammte ursprünglich aus Ostpreußen – dort, wo auch die Königsberger Klopse herkommen. „Viele denken, das Gericht stammt aus Berlin. Aber dem ist nicht so“, sagt Kalweit.

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Mario Kalweit kocht sein Lieblingsessen

Der Vorteil an den Klopsen sei, dass die Zubereitung leicht sei und schnell ginge. Auch große Mengen lassen sich gut produzieren, sodass man auch einige Tage davon essen kann.

Seine Mutter kocht das Gericht immer noch, wenn er sie besucht. Daher verbindet er das Essen auch stets mit der Heimat. „Das ist genauso wie beim Reibekuchen oder auch beim Käsekuchen. Das sind Speisen, die es häufig bei uns gab und die meine Mutter gerne zubereitet hat.“

Auch Currywurst und Pommes gehörten früher – zum Leidwesen seiner Mutter, wie er selbst sagt – zu den Lieblingsspeisen des Kochs.

Kapernäpfel statt Kapern

Nur eine Sache mag Kalweit an den Königsberger Klopsen nicht: die Kapern. „Als Kind war ich kein Kapern-Fan. Aber zum Glück gehörten die damals nicht dazu, wenn meine Mutter das Essen gemacht hat“, sagt er. Heute hingegen mag er die pikante Zutat. Bei den Klopsen seien Kapern auch kein Muss, viele Menschen würden sie nicht mögen.

Als er später das Gericht selbst kocht, verwendet er Kapernäpfel statt Kapern. „Das ist die etwas elegantere Variante. Die Äpfel haben nicht mehr den typischen Kaperngeschmack und sind nicht ganz so salzig.“

Später hat der Autor des Textes das Glück, die Königsberger Klopse vom ehemaligen Sternekoch probieren zu dürfen. Und was soll man sagen: Sie schmecken sehr lecker. Die Kombination der Klopse mit Roter Bete war dem Autor bis dahin unbekannt – passt aber super. Die Klopse sind sehr saftig. Dazu die Kapernäpfel und die kleinen Kartoffeln, die man toll in die Sud eintunken kann.

So bereiten Sie das Lieblingsgericht von Mario Kalweit zu

1. Das Hackfleisch in eine Schüssel geben, das Brötchen in Wasser einweichen, ausdrücken und zum Hack geben. Die Eier und die glasierten Schalotten dazugeben mit Senf, Salz und Pfeffer würzen. Alles gut vermischen und runde Kugeln formen.

2. Weißwein und Hühnerbrühe in einen Topf geben und aufkochen, die angerührte Speisestärke mit einem Schneebesen einrühren und ein paar Minuten mitkochen.

Die Gewürze in einem Mörser zerkleinern, in ein Teeei geben und in der Brühe 10 Minuten mitkochen. Die Hackkugeln in die heiße Gewürzbrühe geben und unter dem Siedepunkt etwa 10 Minuten garen. Die saure Sahne mit dem Eigelb mischen und unter Rühren in die Brühe geben. Es darf nicht mehr kochen, da sonst die Ei-Sahnemischung gerinnt.

Die Klopse werden in seinem Sut aus Weißwein, Hühnerbrühe und verschiedenen Gewürzen gegart.
Die Klopse werden in seinem Sut aus Weißwein, Hühnerbrühe und verschiedenen Gewürzen gegart. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

3. Mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und gehackter Petersilie abschmecken.

Die Kapernäpfel in Mehl wenden und in einer Pfanne in Rapsöl/Butter kurz anbraten.

4. Die Rote Bete in einem Topf mit Butter kurz glasieren und mit Meersalz abschmecken.

5. Die gekochten Kartoffeln in einem Topf mit Butter kurz glasieren und mit Meersalz abschmecken.

INFO

ZUTATEN FÜR VIER PERSONEN

  • 600g Hackfleisch, halb und halb; 1 Brötchen; 2 EL Senf; 3 Eier
  • 4 Schalotten, fein gewürfelt und in etwas Öl glasiert; Salz und Pfeffer
  • 200ml Weißwein; etwas Pfeffer, Lorbeer und Wacholderbeere; 2 Eigelb
  • 100ml saure Sahne; 1 Liter Brühe (Hühnerbrühe); ½ Bund gehackte Petersilie
  • 1 Zitronen, davon Saft und Abrieb; 2 EL Speisestärke, mit etwas kaltem Wasser angerührt
  • 12 Kapernäpfel aus dem Glas, auf einem Küchentuch trockentupfen
  • etwas Mehl; 3 EL Rapsöl; insgesamt 150g Butter; 300g rote Beete, gekocht und in Stücke geschnitten
  • 50g Butter; Meersalz; 400g Kartoffeln, gekocht (Sorte Bamberger Hörnchen)
Über den Autor
Volontär
Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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