Ex-„Nazi-Kiez“: Dortmunds Polizei beschützt Graffiti-Wand vor Rechtsextremisten

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Immer wieder stehen Polizeiwagen aktuell an der Emscherstraße, um eine Wand zu beschützen. Die Beamten gehen davon aus, dass Rechtsextreme die symbolträchtige Mauer zurückerobern wollen.

Dortmund

, 09.09.2019, 12:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit großer politischer Symbolkraft sind am Freitag (6.9.) die berüchtigten „Nazi-Kiez-Graffiti“ in der Dorstfelder Emscherstraße übermalt worden. Seitdem ist die Polizei immer wieder vor Ort, um die aktuell bekannteste Wand der Stadt zu schützen.

Vier Künstler haben am Freitagmorgen vermummt und unter enormem Polizeischutz rechtsextreme Schriftzüge entfernt, während vom Wohnhaus gegenüber schwarz-weiß-rote Fahnen wehten.

Übers Wochenende waren der Polizei keine Vorkommnisse aus der Emscherstraße bekannt, wie die Pressestelle auf Anfrage am Montag mitteilt. „Der Einsatz ist mit dem Freitag nicht beendet“, hatte Polizeipräsident Gregor Lange bereits angekündigt. Bis auf Weiteres sollen die Beamten die Straße im Blick behalten.

„Wir stellen hiermit klar, dass die absurden Besitzansprüche auf bestimmte Bereiche in Dorstfeld nicht existent sind“, sagte Lange am Freitag: „Wir werden auch in Zukunft alle Pläne durchkreuzen, in Dorstfeld oder anderswo einen Raum der Bedrohung und Einschüchterung zu schaffen.“

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Mit „Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit“ wolle die Polizei dafür sorgen, dass der aktuelle Zustand des neuen, bunten Wandgemäldes beibehalten bleibt, so der Polizeipräsident.

Kritiker meinen, die symbolische Aussage rechtfertige nicht den Dauerschutz einer Wand. Die Polizei habe genug andere Aufgaben für ihre Beamten.

In einer früheren Version dieses Textes war die Rede von einer Rund-um-die-Uhr-Überwachung der Wand. Am Montagnachmittag gab die Polizei dann an, mit Unterbrechungen vor Ort zu sein.
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