Dortmunder Erinnerungen an Norbert Blüm: „Er war einfach ein Kumpel“

Nachruf auf Ex-Arbeitsminister

In Dortmund haben viele Menschen mit besonderer Betroffenheit die Nachricht vom Tod des früheren Arbeitsministers Norbert Blüm aufgenommen. Denn er hat hier besondere Spuren hinterlassen.

Dortmund

, 24.04.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der „Kumpel“: Norbert Blüm (2.v.r.) bei einem Unter-Tage-Besuch auf der Zeche Minister Stein in Eving.

Der „Kumpel“: Norbert Blüm (2.v.r.) bei einem Unter-Tage-Besuch auf der Zeche Minister Stein in Eving. © Oliver Schaper

Erich G. Fritz, der langjährige Kreisvorsitzende der Dortmunder CDU, bringt es in einem kurzen Satz auf den Punkt. „Er war einfach ein Kumpel“, beschreibt er den früheren Arbeitsminister Norbert Blüm. Und das war besonders bei Blüms Besuchen in Dortmund spürbar.

Norbert Blüm hat seine berufliche Karriere zwar als Werkzeugmacher bei Opel in Rüsselsheim begonnen und zuletzt in Bonn gelebt. Zu Dortmund hatte er aber eine ganz besondere Beziehung. Denn er vertrat Dortmund fast 20 Jahre lang im Bundestag.

Passender Wahlkreis in Dortmund

Nachdem Blüm 1982 von Bundeskanzler Helmut Kohl zum Bundesarbeitsminister berufen worden war, suchte die Bundes-CDU für den damals in Berlin lebenden Politiker einen passenden Wahlkreis. Fündig wurde man im Dortmunder Norden, wo Blüm zur Bundestagswahl 1983 erstmals als Direktkandidat antrat. In der traditionellen SPD-Hochburg hatte er zwar keine Chance, direkt gewählt zu werden, kam aber über die NRW-Landesliste in den Bundestag.

Und seinen Wahlkreis „Dortmund II“ mit den Stadtbezirken Eving, Scharnhorst, Innenstadt-Nord, Brackel, Aplerbeck und Hörde vertrat er stets mit Engagement und zeigte auch möglichst viel Präsenz. „Er hat es immer geliebt, mit Leuten zusammenzukommen“, erinnert sich Erich G. Fritz, der Dortmund mit Blüm gemeinsam zwölf Jahre im Bundestag vertrat.

Nah bei den Menschen: Norbert Blüm bei einer Wanderung in seinem Dortmunder Wahlkreis.

Nah bei den Menschen: Norbert Blüm bei einer Wanderung in seinem Dortmunder Wahlkreis. © Jürgen Appelhans

So oft es möglich war, zeigte Norbert Blüm Flagge in seinem Wahlkreis. Er war Mitglied in der CDU-Ortsunion Obereving und im CDU-Kreisvorstand, vertrat die Dortmunder CDU als Delegierter im Bundesausschuss und auf Bundesparteitagen.

Besondere Spuren aber hat Norbert Blüm in und für die Christlich Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) hinterlassen. Bis zu seinem Tod war er Mitglied im CDA-Kreisverband Dortmund. „Und Norbert Blüm war vor 20 Jahren der erste Preisträger des ‚Eisernen Amboss‘, den wir seitdem regelmäßig verleihen“, berichtet die CDA-Kreisvorsitzende Claudia Middendorf.

Für die christliche Soziallehre

Für die 51-Jährige, die aktuell Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung und Patienten in Nordrhein-Westfalen ist, war Norbert Blüm schlicht „ein Vorbild“. „Er war immer bodenständig, ganz nah bei den Menschen und hat die christliche Soziallehre verkörpert“, stellt Claudia Middendorf fest.

Große Anerkennung zollt denn auch die politische Konkurrenz. „Norbert Blüm war ein streitbarer und engagierter Politiker - und zugleich ein Politiker, mit dem man lachen konnte. In meiner Zeit als Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen haben wir uns oft politisch auseinandergesetzt - gerade zur Zukunft der Rente. Aber ich habe ihn persönlich geschätzt. Sein Umgang mit der Krankheit am Ende seines Lebens war beeindruckend“, stellt der FDP-Kreisvorsitzende Michael Kauch fest.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt