Die Stadt Dortmund setzt bei der Vergabe von Terminen für das Impfzentrum auf Phoenix-West künftig auf den Konzertkarten-Dienstleister eventim. © picture alliance/dpa
Corona-Schutzimpfung

Eventim bietet für Dortmund bald Impftermine statt Konzertkarten an

Die Stadt Dortmund setzt bei der Vergabe von Impftermin für das Corona-Impfzentrum auf einen privaten Partner, der normalerweise Konzertkarten verkauft. Woanders sind die Erfahrungen gut.

Die Aufgabe ist der Stadt gewissermaßen in den Schoß gefallen: Am 5. Februar teilte das Land mit, dass die Vergabe von Corona-Impfterminen künftig nicht mehr über die Kassenärztlichen Vereinigungen laufen sollen, sondern über die Kommunen.

Für die Stadt war schnell klar, dass das mit eigenen Mitteln nicht zu stemmen ist – zumal es bei der Vergabe der Impftermine für die über 80-Jährigen große Probleme bei der Anmeldung per Telefon oder Internet gegeben hatte. Deshalb setzt die Stadtverwaltung jetzt auf einen privaten Dienstleister.

Am vergangenen Freitag (12.2.) habe man für das Terminmanagement einen Vertrag mit der Firma Eventim geschlossen, verkündete Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner nun.

Erste Erfahrungen in Schleswig-Holstein

Eventim verkauft normalerweise Karten für Konzerte und andere Veranstaltungen. Das Geschäft liegt während des Corona-Lockdowns natürlich weitgehend brach. Deshalb hat sich das Bremer Unternehmen mit der Vergabe von Impfterminen ein neues Geschäftsfeld erschlossen.

Der Anfang wurde in Schleswig-Holstein gemacht. Dort hatte man anders als in vielen Bundesländern von Beginn an die Vergabe von Terminen für Corona-Schutzimpfungen nicht über die Kassenärztliche Vereinigung, sondern über Eventim geregelt. Dort sei man in der Lage, innerhalb kurzer Zeit eine hohe Zahl an Anfragen oder Buchungen zu verarbeiten, hieß es.

Die Erfahrungen seien positiv, erklärte laut dpa ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Kiel Anfang Februar. Anders als über das System der Kassenärztlichen Vereinigung ist es bei Eventim etwa möglich, die Termine für Erst- und Zweitimpfung zusammen zu buchen.

Wechsel im Terminmanagement dauert

Bis die Partnerschaft der Stadt mit Eventim wirksam wird, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Wahrscheinlich noch bis Ende April sind die Impfzentren mit der Impfung der über 80-Jährigen ausgelastet. Noch ausstehende Termine für diese Gruppe werden weiterhin über die KVWL vergeben.

Erst danach kommt die nächste Prioritätengruppe unter anderem mit Menschen über 70 Jahren oder mit schweren Vorerkrankungen mit hohem Infektionsrisiko zum Zuge.

Bei Eventim brauche man auch noch etwa 14 Tage Vorlauf, erklärte Birgit Zoerner. Bis dahin werde die Organisation von Impfterminen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegebereich, für die das Impfzentrum an jedem Donnerstag reserviert ist, weiter von der Stadt koordiniert.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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