Kunden können weiterhin Termin in Geschäften buchen. Voraussetzung ist dafür aber ein negativer Schnelltest in einer der offiziellen Teststellen. © Oliver Schaper (Archivbild)
Dortmunder Handel

„Es geht keiner einkaufen, wenn man vorher noch einen Test machen muss“

Ab Montag (29.3.) müssen sich Einzelhändler in Dortmund wieder auf ein neues System einstellen. Click & Meet ist weiter möglich – aber nur mit negativem Schnelltest. Euphorie löst das nicht aus.

Das NRW-Gesundheitsministerium hat am Wochenende dem Antrag der Stadt Dortmund stattgegeben, dass Geschäfte nach weiter für Click & Meet geöffnet bleiben dürfen. Alle Kunden benötigen einen negativen Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Für Geschäftsleute bedeutet das: Sie müssen ab Montag (29.3.) erneut neue Abläufe erproben. Abläufe, von denen viele nicht überzeugt sind.

Cityring-Chef: „Für Kleinigkeiten wird sich kaum jemand extra testen lassen“

Tobias Heitmann, Vorsitzender des Cityrings, sagt: „Es geht keiner einkaufen, wenn man vorher noch einen Test machen muss.“ Für größere Anschaffungen wie eine neue Küche hält er das zwar noch vorstellbar. „Für Kleinigkeiten wird sich kaum jemand extra testen lassen“, sagt Heitmann.

Er befürchtet, dass die Kundenfrequenz in der Dortmunder Innenstadt deutlich sinken wird.

Dennoch wird Heitmann sein Kunsthaus an der Wißstraße öffnen. „Es müssen alle mitspielen. Denn es geht darum, die Kunden zu halten“, sagt der Cityring-Vorsitzende. Zudem benötige das Personal eine Perspektive und einen Arbeitsrhythmus.

In vielen Geschäften gibt es bislang kaum Reservierungen

Dennoch befürchten einige Unternehmen, dass der Betrieb mit Schnelltests ein Verlustgeschäft wird. Denn die Zahl der Termin-Reservierungen für den Beginn der Woche ist bei vielen verschwindend gering.

Die Kommunikation der neuen Regelung ist ein weiteres Problem. So heißt es etwa auf der Homepage von Ikea Dortmund, dass „Click & Meet“ ab dem 29- März nicht mehr angeboten werden könne.

Selbsttests für Zuhause reichen nicht aus

Unklarheit gab es laut Tobias Heitmann bis zuletzt um die Frage, welche Tests zum Betreten eines Geschäfts berechtigen. „Es muss ein Anti-Gen-Test von einer offiziellen Stelle sein. Die Selbsttests für Zuhause reichen nicht aus“, sagt er.

Er geht davon aus, dass sich vieles „bis Mitte der Woche“ einpegeln werde. „Wenn bis dahin nicht wieder Änderungen kommen.“

Heitmann ist nach eigener Aussage aus den vergangenen Wochen kein Fall von einer Corona-Infektion im Umfeld der Öffnungen nach dem Click & Meet-Prinzip bekannt.

Handelsverband-Geschäftsführer: „Das ist kein Freibrief für den Handel.“

Der Handelsverband NRW Westfalen/Münsterland hat seine Mitglieder am Samstagabend über die neuen Regelungen informiert.

Geschäftsführer Thomas Schäfer bezeichnet hierin die „gemeinsamen Bemühungen“, eine Notbremse für Dortmund abzuwenden, als erfolgreich.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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