Erster kleiner Erfolg für Anti-Clan-Projekt in Dortmund

dzClankriminalität

Ein neues Programm soll junge Menschen unter anderem in Dortmund vor einem Abdriften in die Clankriminalität bewahren. Es gibt einen ersten Teilerfolg.

Dortmund

, 14.07.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kampf gegen kriminelle Clans ist eines der Prestige-Projekte von NRW-Innenminister Herbert Reul. Jüngst gründete das Land NRW die so genannte „Sicherheitskooperation Ruhr“ (Siko) - eine Art Anti-Clan-Zentrum mit Sitz in Essen.

In der Siko Ruhr arbeiten unterschiedliche Behörden wie Zoll und Bundes- und Landespolizei mit drei Ruhrgebiets-Kommunen eng zusammen, in denen kriminelle Clans besonders aktiv sind: Essen, Duisburg und Dortmund.

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In dem deutschlandweit einmaligen Projekt werden „die Schreibtische zusammengeschoben, um kriminellen Clans in der Metropolregion Ruhr das Wasser abzugraben und neue Ansätze zu finden“, sagte Reul bei der offiziellen Eröffnung der Siko im Juni.

Einer dieser neuen Ansätze ist ein Präventionsprogramm, das sich an Kinder und Jugendliche aus Clanfamilien richtet. Neben den drei Siko-Städten machen bei ihm Gelsenkirchen und Recklinghausen mit.

In dem Projekt mit dem sperrigen Namen „Integration, Orientierung, Perspektiven! 360° - Maßnahmen zur Vorbeugung von Clankriminalität“ soll von vorneherein verhindert werden, dass junge Menschen mit Clan-Nähe in die Kriminalität abrutschen.

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Menschen aus Clankriminalitäts-Strukturen zu holen, ist schwieriger als bei anderen Formen der organisierten Verbrechens. In den Clans steht die Familie über allem. Nach innen wird zusammengehalten, nach außen wird sich abgeschottet.

Entsprechend niedrig waren die Erwartungen, die die Behörden an das neue Präventionsprogramm hatten: Zehn Teilnehmer habe man sich ursprünglich bis Ende des Jahres als Ziel gesetzt, sagte Reul im Juni.

Doch das Anti-Clan-Jugendprogramm läuft besser an als gedacht: Drei Monate nach seinem Start machen bereits 17 Kinder und Jugendliche (15 männlich, 2 weiblich) zwischen 8 und 16 Jahren bei ihm mit, teilt das Innenministerium auf Anfrage unserer Redaktion mit - und mit ihnen ihre Familien. Darunter sei auch ein Dortmunder.

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Im Präventionsprogramm, das auf der schon länger bestehenden Initiative „Kurve kriegen“ aufbaut, arbeiten speziell ausgebildete Pädagogen mit Sprach- und Integrationsmittlern daran, den Familien „die Folgen eines kriminellen Lebenswandels für sich und insbesondere für ihre Kinder unmissverständlich zu verdeutlichen“, so das Ministerium.

Dabei wolle man die Familien nicht auseinanderdividieren, sondern „den Familienzusammenhalt in der Erkenntnis stärken, dass Kriminalität am Ende nicht der richtige Weg ist“. Oft fehle es den betroffenen Familien an „Rüstzeug und wahrnehmbaren Alternativen“.

So sollen aus den Teilnehmern „glaubhafte Botschafter“ werden, die anderen clan-nahen Jugendlichen im Sinne des Ministeriums zeigen können: „Ich habe es geschafft, aus der Kriminalität auszusteigen und du kannst es auch.“

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