Eröffnung des Gartenstadt-Hotels bis zum Kirchentag im Juni 2019 ist geplatzt

dzFehlende Genehmigung

Eigentlich sollte der Evangelische Kirchentag dem geplanten Hotel in der Gartenstadt einen erfolgreichen Start bescheren. Daraus wird nichts. Aus mehreren Gründen.

Dortmund

, 13.08.2018, 12:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aufmerksamen Lesern ist aufgefallen: Das rund 2200 Quadratmeter große Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Westfalendamm ist zwar inzwischen eingezäunt. Das war's aber auch schon, mehr hat sich bislang nicht getan.

Anstelle einer Baugrube für das geplante „Gartenstadt-Hotel“ steht dort nach wie vor das Wohnhaus aus den 60er-Jahren, das seit Langem leer gezogen ist und trostlos vor sich hin gammelt. Sind die Neubaupläne für das 104 Zimmer große Hotel gestorben? „Nein“, sagt Architekt Volker Pfannkuche aus Witten. „Aber die Investoren treten auf der Stelle.“

Investor wartet auf die Stadt

Anfang Mai sei das Antragspaket in der Verwaltung eingereicht worden, sagt Pfannkuche. In den Unterlagen liegt nicht allein der Bauantrag. Die Bauherren, eine Dreiergemeinschaft türkischer Immobilienbesitzer, warten auch auf die Genehmigung, endlich das Wohnhaus abreißen und rund 20 nach Erkenntnissen der Stadt kranke Eschen fällen zu dürfen. Doch die Genehmigungen lassen auf sich warten.

Die Auskunft der Verwaltung ist dürftig und eher allgemeiner Natur. Eine Abbruchgenehmigung habe noch nicht erteilt werden können, da im Prüfverfahren zahlreiche Fachämter zu beteiligen seien. Auf weitere Anfrage ließ die Verwaltung wissen: Es fehle noch „eine Stellungnahme im Prüfverfahren.“ Sobald die vorliege, könne die Genehmigung „umgehend“ rausgehen.

Hinweise aus anderen Ämtern, für die Bearbeitung von Abbruchanträgen würden im Schnitt vier Monate benötigt, will die Planungsverwaltung nicht bestätigen: Eine solch pauschale Aussage könne nicht gemacht werden, heißt es. „Die Bearbeitungsdauer hängt immer von der Komplexität des Vorhabens ab“, so Verwaltungs-Sprecherin Heike Thelen.

Baustart im kommenden Herbst?

Architekt Pfannkuche und den Investoren bleibt nichts anderes übrig, als weiter zu warten. Dass die Bauvoranfrage seit Langem genehmigt und inzwischen auch der Kaufvertrag für das städtische Grundstück unterschrieben ist, ändert daran nichts. Dabei hatten die Investoren im ersten Anlauf sogar auf einen Baustart im Sommer 2017 gesetzt. Daraus ist ebenso wenig geworden wie ein Baubeginn im laufenden Sommer 2018.

„Bis zum Evangelischen Kirchentag wollten wir eigentlich fertig sein“, sagt Pfannkuche. Er läuft vom 19. bis 23. Juni 2019 und hätte dem gerade erst eröffneten Hotel möglicherweise eine hohe Auslastung beschert. „Das Datum ist jetzt natürlich nicht mehr zu halten“, bedauert der Architekt. Er hofft, zumindest im kommenden Herbst mit den Arbeiten starten zu können – und rund ein Jahr später die Eröffnung zu feiern.

Generalunternehmer winken ab

Aber auch das bleibt abzuwarten. Ähnlich wie die Hamburger B+B-Gruppe, die das Dortberghaus an der Katharinentreppe in ein Hotel umfunktionieren will, lässt sich auch für das „Gartenstadt-Hotel“ kein Generalunternehmer finden, der alle Arbeiten aus einer Hand erledigt. „Es hat nur Absagen gegeben“, sagt Pfannkuche. Nun sollen alle Gewerke einzeln ausgeschrieben werden.

Das „Gartenstadt-Hotel“ soll im Niedrigpreissegment („Low-Budget-Hotel“) mit zwei bis drei Sternen auf den Markt kommen. Es soll 38 oberirdische und 29 Tiefgaragenplätze erhalten.

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