Viele Dortmunder lassen ihren Frust über den erneuten Warnstreik auf Facebook und Instagram raus. © Oliver Schaper (A)
Warnstreik

Erneuter ÖPNV-Streik: „Man kann Kühe auch ausmelken bis sie tot umfallen“

Es wird gestreikt – „schon wieder“, wie Facebook-Nutzer kommentieren. Am Donnerstag soll der öffentliche Nahverkehr in Dortmund lahmgelegt werden. Die Meinungen im Netz sind zwiegespalten.

Es wird gezetert, es wird gewütet, Verdi verteidigt sich, bekommt Zuspruch, aber auch viel Ablehnung. Zwischendrin ein animiertes Video, wie ein Kind trotzig ein Buch auf den Tisch wirft, die Mundwinkel hängen bis zum Boden.

Auch Smileys mit hochrotem Kopf oder Mittelfinger-Emojis sind unter den Facebook-Kommentaren zur Streik-Ankündigung für Donnerstag vertreten.

58 Kommentare, 60 Mal geteilt – das Streik-Thema wird auf Facebook heftig diskutiert. Denn die Gewerkschaft Verdi kündigte am Montag einen erneuten Warnstreik für den öffentliche Nahverkehr in Dortmund an. Am Donnerstag (8.10.) werden weder Busse noch Bahnen in der Stadt fahren.

Viele negative Kommentare zum Streik

Der Großteil der Facebook-Kommentare ist negativ. „Meint ihr den Menschen macht das Spaß, mal wieder gucken zu müssen, wie sie zur Arbeit kommen, wenn kein Auto vorhanden ist?!“, schreibt eine Nutzerin.

Auch Verdi Westfalen selbst kommentiert unter dem Beitrag und stellt fest: „Spaß macht uns das ganz sicher auch nicht.“ Trotzdem müsse schon wieder dieser Schritt gegangen werden, da die Arbeitgeber alle Gespräche zu mehr Gesundheitsschutz, weniger Überstunden und mehr Personal verweigern würden.

Doch genau da fühlen sich die Facebook-Nutzer unfair behandelt. „Genau, die Arbeitgeber! Und an wem lässt man es aus? An den Kunden!“, schreibt eine Facebook-Nutzerin. Ein weiterer Facebook-Nutzer denkt ebenfalls, dass der Warnstreik der falsche Weg sei: „Das Problem ist, die Sesselfurzer aus der Teppichetage, die es treffen sollte, fahren alle Auto!“

Positive Reaktionen sind kürzer und seltener

Verdi erhält auf die Streik-Ankündigung jedoch auch positive Reaktionen – auch wenn diese meist kürzer und seltener ausfallen. „Richtig so! Kämpft für mehr Lohn und mehr Mitarbeiter!“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Eine andere Nutzerin kommentiert: „Solidarität!“

Auch lösungsorientierte Kommentare lassen sich unter dem Beitrag finden. So schlägt ein Nutzer vor: „Es sollte ja jedem zuzumuten sein, ggf. für einen Tag eine Fahrgemeinschaft mit mehreren Kollegen, die auch betroffen sind, zu bilden.“ Neben dem Auto wurde beim Streik in der vergangenen Woche viel auf das Fahrrad gesetzt.

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Warnstreik sorgt in Dortmund für volle Straßen

Streik zu Corona-Zeiten

Während der Corona-Krise zu streiken, trifft bei vielen Dortmundern auf Unverständnis. „Grundsätzlich spricht ja nix dagegen, aber ist es nicht wirklich gerade der absolut falsche Zeitpunkt? Die ganze Weltwirtschaft ist von Corona gebeutelt und ihr schreit nach Lohnerhöhungen?“, schreibt ein Nutzer. „Schlimm und das in dieser Zeit“, schreibt ein Anderer.

Abstimmung auf Instagram: Unverständnis siegt, wenn auch knapp

Auch auf Instagram wurde das Thema viel diskutiert. Eine Abstimmung auf dem Account der Redaktion mit der Frage „Habt ihr Verständnis für den Bus- und Bahn-Streik?“ zeigt, dass die Meinung der Dortmunder zwiegespalten ist.

Knapp 1.000 Instagram-Nutzer haben abgestimmt. 468 (47 Prozent) stimmten für „Ja“ – sie haben Verständnis für den Streik. Eine Instagram-Nutzerin schreibt dazu: „Es ist bedauerlich, dass zu viele Menschen KEIN Verständnis für die Streiks haben.“

Die Mehrheit stimmte jedoch genau dafür ab. 535 Nutzer (53 Prozent) haben kein Verständnis für den erneuten Streik der Verdi Gewerkschaft. Ein Nutzer begründet seine Abstimmung mit: „Weil man soviel für das Monatsticket zahlt und trotzdem muss man sehen wie man zur Arbeit kommt.“

Über die Autorin
Volontärin
In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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