Erleichterung für Angehörige von Demenzerkrankten: freie Plätze im Demenzcafé

dzDemenzcafé im Hüttenhospital

Offen mit der Krankheit Demenz umgehen, sich Tipps holen und dem zu pflegenden Angehörigen ein wenig Abwechslung vom Alltag gönnen. Das alles geht im Hüttenhospital in Hörde.

Hörde

, 19.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Es ist eine Krankheit die zumeist im höheren Alter auftritt - Demenz. Und wenn das Vergessen einsetzt, wird es schwer für den Erkrankten, aber auch für die Angehörigen. Wie gehe ich mit dem lieben Menschen um, der sich plötzlich so verändert? Was kann ich tun?

Wichtig ist es dann, eine Anlaufstelle zu haben, bei der Erlebnisse ausgetauscht werden können, bei der man wichtige Tipps von Experten bekommt und wo die Erkrankten ein paar schöne Stunden verbringen können.

Ein niederschwelliges Angebot für die Öffentlichkeit

Das Demenzcafé im Hörder Hüttenhospital, Am Marksbach 28, ist so eine Anlaufstelle. Immer freitags von 14 bis 17 Uhr können hier neun Demenzerkrankte Menschen den Nachmittag verbringen. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. Und vorbeikommen kann jeder. „Die Erkrankten müssen nicht Patient im Hüttenhospital sein“, sagt Marta de Oliviera. „Es ist ein ganz normales niederschwelliges Angebot für die Öffentlichkeit.

Die Gerontologin organisiert zusammen mit einem Team aus Pflegern, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten den Nachmittag. Seit 2015 gibt es diese Anlaufstelle, jetzt sind zum ersten Mal Plätze frei. Das Treffen ist in der sogenannten Gelben Villa. In einem hellen Raum, in dem Bewegung, Singen und auch Kochen angeboten wird.

Ein Gesprächskreis für die pflegenden Angehörigen

Für die pflegenden Angehörigen wird parallel ein Gesprächskreis angeboten. Nicht jeder nimmt daran teil, „einige nutzen auch die Zeit, um Einkäufe oder andere Dinge zu erledigen“, sagt Marta de Oliviera. Bei gutem Wetter wird der Nachmittag im Freien gestaltet, es gibt Kaffee und Kuchen und jede Menge Zuwendung für die Patienten.

Aber wie kommt es, dass hier nun freie Plätze sind? „Es sind mehrere Erkrankte gleichzeitig in ein Heim gekommen“, sagt Marta de Oliviera. Erkrankte, bei denen die Pflege zuhause einfach nicht mehr funktionierte. „Es ist oft sehr schwierig für die Angehörigen, wenn sie miterleben, wenn ein geliebter Menschen langsam das Gedächtnis verliert“, sagt die Gerontologin.

Die Erkrankung verstehen und den Umgang damit lernen

Man müsse sich umstellen, den Erkrankten verstehen lernen. Auf das eingehen, was er oder sie in einem bestimmten Moment brauchen. Zuwendung und Verständnis. „Die Menschen werden in Folge der Krankheit sehr anhänglich“, sagt Marta de Oliviera. Daher werden neben den Erkrankten auch die Angehörigen begleitet.

Wer sich über das Demenzcafé im Hörder Hüttenhospital informieren möchte, der kann sich bei Marta de Oliviera melden. Tel 0231/461972614. Angeboten wird dann zunächst ein „Schnuppernachmittag“ bei dem geschaut wird, ob sich die Erkrankten wohlfühlen. Dieses erste Kennenlernen ist kostenlos.

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