Energetische Sanierung: In diesem Dortmunder Mehrfamilienhaus bleibt die Miete günstig

dzWohnungsbau-Genossenschaft

Eine energetische Sanierung und ein neu gestaltetes Umfeld. Das Mehrfamilienhaus, das wie ein Neubau wirkt, ist 44 Jahre alt. Die Mieter wohnen nach neuestem Standard – fast ohne Mehrkosten.

Eichlinghofen

, 28.08.2019, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fassade wirkt modern: ein heller weißer Anstrich, spitz vorstehende Balkone mit Brüstungen aus Glas und Edelstahl, der Vorgarten gepflegt. Die Einfahrt und der Garagenhof sind neu gepflastert. Die Garagen selbst haben moderne Sektionaltore.

Dieses Mehrfamilienhaus an der Bartelstraße wirkt wie ein Neubau, ist aber bereits 44 Jahre alt. Es gehört dem Spar- und Bauverein Bodelschwingh. Die Genossenschaft ist eines der kleinsten gemeinnützigen Wohnungsbauunternehmen in Dortmund. So schmuck wie Anblick und Außenanlagen, so modern und energetisch leben die acht Mietparteien im sanierten Haus in Eichlinghofen.

Kosten liegen bei mehr als einer halben Million Euro

590.000 Euro nahm der Spar- und Bauverein Bodelschwingh in die Hand, finanziert über Mittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Damit hat die Genossenschaft Fassade, Dach und Kellerdecke gedämmt und neue dreifachverglaste Fenster und Türen eingebaut. Statt über die bisherigen Etagenheizungen erfolgt die Wärmeversorgung nun über eine Zentralheizung mit 1200-Liter-Speicher und solarthermischer Unterstützung.

Energetische Sanierung: In diesem Dortmunder Mehrfamilienhaus bleibt die Miete günstig

Mit der Umstellung von den Etagenheizungen auf eine Zentralheizung verfügt das Gebäude über eine moderne energiesparende Wärmeversorgung. © Uwe von Schirp

Mit der energetischen Sanierung nicht genug: Die Anlage für den Allgemeinstrom in Hausflur und Keller wurden erneuert, die Satellitenanlage erweitert, sodass alle Wohnräume über Fernsehanschluss verfügen. Sauber und sicher wirkt auch die Außentreppe in den Keller, deren Stützmauer im Zuge der Hof-Neugestaltung neu gegossen wurde.

Die Mieten stiegen auf 6,10 Euro pro Quadratmeter

Natürlich gibt auch der Spar- und Bauverein Bodelschwingh die Kosten, die er tragen muss, an seine Mieter weiter. Die Mieten stiegen um 1,10 bis 1,20 Euro auf 6,10 Euro pro Quadratmeter – mit Blick auf Lage und Uninähe moderat.

Mittlerweile habe der Spar- und Bauverein Bodelschwingh die erste Abrechnung nach der Sanierung gemacht, berichtet Vorstand Udo Höfer. „Im Vergleich zu früher zahlen die Mieter jetzt 50 Prozent weniger Energiekosten.“ Ein Ausgleich zur gestiegenen Miete.

Franz Heinrich Veuhoff ist ehemaliger Vorstand und weiterhin Mitarbeiter in der Verwaltung des Spar- und Bauvereins Bodelschwingh. Die vergleichsweise günstigen Energiekosten seien auf einen weiteren Grund zurückzuführen. „Wir setzen keine Abrechner ein, sondern machen das selber.“

Hier zahlt sich die geringe Größe der Genossenschaft aus. Rund 130 Mieteinheiten gehören dem Spar- und Bauverein Bodelschwingh, darunter 79 Wohnungen und ein Ladenlokal. Die Mieter in der Genossenschaft sind dabei gar keine, sondern Nutzer. „Sie haben keinen Miet-, sondern einen Dauernutzungsvertrag“, erklärt Veuhoff. Die Eigenart einer Genossenschaft, bei der alle Mieter auch Mitglieder sein müssen.

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