Dortmunder nehmen Westfalenpark wieder in Besitz - kleine Panne zu Beginn

dzNach Corona-Zwangspause

Ein Schritt zurück zur Normalität: Nach siebenwöchiger Corona-Zwangspause hat der Westfalenpark erstmals wieder am Dienstag seine Tore geöffnet – nicht ohne Startschwierigkeiten.

Dortmund

, 05.05.2020, 19:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war 13 Uhr, als eine kleine Schlange von rund 20 Leuten vor dem Eingang Baurat-Marx-Allee auf den Einlass in den Westfalenpark wartete – natürlich mit Sicherheitsabstand. Nach der Corona-bedingten Zwangspause von rund sieben Wochen war die Vorfreude groß.

Doch die Parkbesucher mussten sich noch ein kleines bisschen gedulden; denn die Mitarbeiter hatten einen falschen Schlüssel mitgenommen und bekamen das Tor nicht auf. Der Vorfreude allerdings tat das keinen Abbruch. „Das war ganz lustig“, berichtet Ute Voigt, die mit ihren Töchtern Theda (15) und Merit (12) aus dem Ennepetal nach Dortmund gekommen ist, „um mal etwas anderes zu sehen“.

„Das ist unser Garten“

Eigentlich wollten sie in den Zoo, aber der macht ja erst am Freitag (8.5.) wieder auf. Im Park konnten sie die blühenden Rhododendron-Sträucher und Azaleen genießen, nachdem die ersten Frühlingsblüher wie Tulpen und Narzissen ihre Pracht unter Ausschluss der Öffentlichkeit entfaltet hatten.

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Bis zum späten Nachmittag waren rund 1000 Besucher im Park, viele darunter Jahreskarten-Inhaber. Wie Andreas Stark, der sonst mit seinem Sohn Dani (5) als Anwohner Dauergast im Park ist. „Das ist unser Garten“, sagt er und genießt die Sonne auf der Bank, während Sohn Dani mit seinem Kindergartenfreund Taiel (6) und dessen Vater Elvis Garcia auf der großen Wiese Fußball spielt.

„Das ist unser Lieblingsort“

Auch wenn es noch Einschränkungen gebe, der Sportplatz und die Spielbereiche bis Donnerstag (7.5.) geschlossen seien, biete der wieder geöffnete Park einen Mehrwert für das Leben gerade mit kleinen Kindern, sagt Andreas Stark: „Hier können sie Roller fahren und Ball spielen.“

Dauergäste sind auch Willi Marx (81) und seine Frau Anni (77) aus Lünen, die sich auf einer Bank im Rosengarten sonnen. „Das ist unser Lieblingsort“, sagt er.

Willi Marx und Frau Anni dürfen seit Dienstag (5.5.) wieder an ihren Lieblingsort: in den Westfalenpark.

Willi Marx und Frau Anni dürfen seit Dienstag (5.5.) wieder an ihren Lieblingsort: in den Westfalenpark. © Oliver Schaper

Allerdings ist Willi Marx schwer verärgert, dass der Eingang am Florianturm geschlossen vorerst bleibt. „Eine Unverschämtheit der Stadt Dortmund“, schimpft er, „wie können die schreiben, der Park ist offen.“ Seine Frau musste mit ihrer kaputten Hüfte einen großen Umweg machen. Doch der wiedergewonnene Lieblingsort entschädigt am Ende für vieles.

Nur 3000 Besucher gleichzeitig

Es sind nur zwei von sieben Parkeingängen geöffnet, weil die Parkleitung so die Zahl der Besucher im Auge behalten will; denn zu den noch geltenden Einschränkungen zählt auch, dass sich maximal 3000 Besucher gleichzeitig im Park aufhalten dürfen. Am ersten Tag allerdings verläuft es sich.

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Der erste Tag im Westfalenpark nach sieben Wochen Corona-Zwangspause

Der Westfalenpark öffnete nach sieben Wochen Zwangspause erstmals wieder am 5. Mai seine Tore - wenn auch mit Einschränkungen. Mehr als 1000 Besucher genossen den Nachmittag in Dortmunds grünem Wohnzimmer. Viele, die kamen, waren Jahreskarteninhaber.
05.05.2020
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Um 13 Uhr am Dienstag, 5. Mai, öffnete der Westfalenpark nach sieben Wochen Corona-Zwangspause erstmals wieder seine Tore.© Schaper
Parkanwohner Andreas Stark kam mit seinem Sohn Dani in den Park. Sie trafen sich dort mit Elvis Garcia und dessen Sohn Taiel zum Fußballspielen auf der Wiese.© Schaper
Dani Stark konnte sich richtig auf der Wiese im Westfalenpark austoben.© Schaper
Der Flamingo-Teich ist ein Anziehungspunkt für Groß und Klein. © Schaper
Ute Voigt kam mit ihren Töchtern Theda (l.) und Merit eigens aus dem Ennepe-Tal nach Dortmund in den Westfalenpark.© Schaper
Fünf von sieben Parkeingängen blieben geschlossen, um die Übersicht über die Zahl der Besucher zu behalten. Nur 3000 gleichzeitig sind maximal im Park erlaubt.© Schaper
Zur Zeit blühen vor allem die Rhododendron-Büsche und Azaleen.© Schaper
Der Spielbereich war mit Barken und Hinweisschildern gesperrt.© Schaper
Die kleine Emma und Großvater Frank Beckmann genossen zusammen das Laufrad im Park.© Schaper
"Die Kinder sind einfach nur glücklich", freute sich Brigitte Martens mit ihren Enkelinnen Nella und Meila.© Schaper
Nur zwei von sieben Ein- und Ausgängen waren geöffnet.© Schaper
Kurz vor 13 Uhr bildete sich eine kleine Schlange vor dem Eingang an der Baurat-Marx-Allee. Weil die Parkmitarbeiter den falschen Schlüssel für das Tor mitgenommen hatten, mussten sie sich ein bisschen gedulden.© Oliver Schaper

Dass die Spielplätze noch abgesperrt sind, bedauert Katja-Maren Kramer. Sie ist mit Enkelin Emma (3) und Partner Frank Beckmann am „Hamsterrad“, einem Spielgerät, das sich am Wegesrand dreht. Eigentlich ist die Nutzung auch dieser Spielgeräte nicht gestattet, doch die drei sind unter sich. Niemand der insgesamt acht Securitykräfte bemerkt diese Übertretung. Emma hat im Laufrad ihren Spaß und ihre Großeltern, die sie seit Februar nicht mehr gesehen hatten, daran ihre Freude.

Besucher halten sich an Regeln

Auf dem Robinson-Spielplatz dagegen herrscht gähnende Leere. Ohnehin halten sich fast alle Parkbesucher an die mit der Parköffnung verbundenen Auflagen: Mindestabstand von 1,5 Metern und keine Picknicks. Wie vorgeschrieben, beschränken sich die Besucher in der Regel auf die breiten Hauptwege und nutzen die jeweils rechte Seite der Wege. Auch die Öffnung von nur drei Toiletten-Anlagen ist zumindest am Dienstag kein Problem. Schlangen bilden sich dort nicht.

Nella (5) und Meila (2) scheinen die Spielgeräte nicht zu vermissen. Sie sind mit ihrer Oma Brigitte Martens in den Park gekommen und halten ihre Füßchen ins Wasser vom Seerosenteich. Die Oma: „Die sind einfach glücklich.“

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