Parkende Autos bringen Radfahrer in Flughafennähe in Gefahr

dzEmschertalstraße

In der Nähe des Dortmunder Flughafens kann es für Radfahrer gefährlich werden. Dass Fluggäste den Randstreifen der Emschertalstraße als kostenlosen Parkplatz nutzen, ärgert Rolf Koschinski.

Asseln, Sölde

, 06.07.2020, 12:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es wird nicht klar, ob das noch ein Bürgersteig ist oder nicht“, sagt Rolf Koschinski. Ihm geht es um das circa 150 Meter lange Stück an der Emschertalstraße an der Grenze zwischen Sölde und Asseln, das am Autohaus Ebbinghaus beginnt und weg vom Flughafen führt.

Aufgrund der direkten Nähe zum Dortmunder Flughafen würden laut Koschinski dort viele Fluggäste ihre Autos stehen lassen – manchmal sogar über Wochen. „Die nutzen das als kostenlose Parkplätze, während sie unterwegs sind“, sagt der Asselner. Dabei liegen die Parkplätze des Flughafens nur knapp einen Kilometer entfernt.

An dieser Stelle ist der Bürgersteig abgesenkt. Erst circa 150 Meter weiter hinten beginnt der Bürgersteig wieder.

An dieser Stelle ist der Bürgersteig abgesenkt. Erst circa 150 Meter weiter hinten beginnt der Bürgersteig wieder. © Tobias Larisch

Da parkende Autos einen großen Teil des Bereichs bedecken würden, müssten Fahrradfahrer wie Koschinski zum Vorbeifahren auf die Straße ausweichen. Das führe zu gefährlichen Situationen mit gleichzeitig vorbeifahrenden Autos.

„Vor und nach dem besagten Stück ist der Bürgersteig angehoben und als solcher zu erkennen. Wenn ich am Anfang des Teils die Straßenseite wechseln möchte, ist das auch schwierig“, sagt Koschinski. Eine Ampel gibt es an der Straße, auf der die Höchstgeschwindigkeit 70 Stundenkilometer beträgt, nicht.

Polizei: Durchgezogene Linie verbietet das Parken dort nicht

Deswegen wünscht sich Koschinski, dass am Anfang des Bereichs ein Schild aufgestellt werde, das Klarheit schafft. „In der Nähe gibt es so viele Schilder. Für E-Roller und den Flughafen gibt es an mehreren Stellen welche. Warum nicht auch an dieser Stelle?“, fragt sich der 70-Jährige.

Welches Schild sei ihm egal. „Meinetwegen kann es als Rad- oder Fußgängerweg gekennzeichnet werden oder es wird ein Parkverbotsschild aufgestellt“, sagt Koschinski. Seiner Meinung nach wäre das Parken am Straßenrand sowieso nicht erlaubt.

So kann es zu Hochzeiten aussehen, wenn das Teilstück vollgeparkt ist.

So kann es zu Hochzeiten aussehen, wenn das Teilstück vollgeparkt ist. © Rolf Koschinski

Dem widerspricht Kristina Purschke von der Pressestelle der Polizei Dortmund. „Nach der Straßenverkehrsordnung ist das Parken in Fahrtrichtung am rechten Straßenrand erlaubt“, sagt sie. „Die durchgezogene Linie als Fahrbahnbegrenzung verbietet das nicht.“

Da es auf diesem Stück keine Fahrradspur gebe, müssten Fahrradfahrer sich am Anfang sowieso in den Straßenverkehr einordnen. Für das Aufstellen eines Verkehrsschildes sei laut Polizei dann auch das Ordnungs- beziehungsweise Tiefbauamt der Stadt Dortmund zuständig.

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Mit dem Ordnungsamt habe Koschinski auch schon gesprochen. „Die kennen die Situation, aber es passiert nichts“, sagt er. Auf Anfrage bei der Stadt Dortmund heißt es, dass das Teilstück in die Zuständigkeit vom Landesbetrieb Straßen NRW falle, da es sich außerhalb geschlossener Ortschaften befinde.


„Der Dortmunder Bürgermeister Ullrich Sierau wirbt mit einer Kampagne für mehr Fahrradfahren“, sagt Koschinski. „Dann sollten die Wege, die schon da sind, doch auch genutzt werden können.“

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