Ekel-Tunnel lässt Passanten verzweifeln: „Taubenkot ist eine Gesundheitsgefahr“

dzBürger-Ärger

Fingerdicker Taubenkot, wohin das Auge reicht: auf dem Gehweg, auf der Straße, an den Wänden, an der Laterne. Diese Unterführung ist eine Zumutung, wie unsere Bilder vom Ekel-Tunnel zeigen.

Lütgendortmund

, 08.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer diese Unterführung passieren oder hier sogar auf einen Bus warten muss, braucht viel Glück: Denn die Chance ist groß, dass auf Kleidung oder Kopf eine Ladung Taubenkot fällt.

Der Tunnel ist seit Jahren das Zuhause zahlreicher Tauben. Auf beiden Seiten der Unterführung, in einem Spalt längs der Brücken-Unterseiten, sitzen und nisten die gurrenden Vögel.

Die Bürgersteige, die Haltestellen-Bereiche der Bogestra-Linien 370 und 378, die Brückenwände, die Laternen, die Abfallbehälter – nichts ist sicher vor den Hinterlassenschaften der Tauben. Fingerdicker Taubenkot klebt auf sämtlichen Flächen.

Ekel-Tunnel lässt Passanten verzweifeln: „Taubenkot ist eine Gesundheitsgefahr“

Schlecht für wartende Fahrgäste: Auch über der Haltestelle sitzen die Tauben. © Stephan Schütze

Der Ekel-Tunnel unterhalb der A40-Brücke am Lütgendortmunder Hellweg (Dortmund)/Ecke Boverstraße (Bochum) ist Herbert und Annegret Lerch schon lange ein Dorn im Auge. Doch sämtliche Anstrengungen des Lütgendortmunder Ehepaars, die Situation für Passanten und Fahrgäste erträglicher zu machen, zeigten nur teilweise die erhoffte Wirkung.

„Zum Begehen dieses Bereichs müsste man eine Atemmaske tragen“, meinen die beiden. Und weiter: „Hier liegt eine latente Gesundheitsgefährdung für Fußgänger und Fahrgäste vor.“ In den Sommermonaten sei der Kotgeruch am schlimmsten.

Anwohner fordern Einbau eines Vogeleinflugschutzes

Ihre Bedenken haben Herbert und Annegret Lerch bereits 2017 verschiedenen Ämtern der Städte Dortmund und Bochum und Straßen.NRW mitgeteilt. In ihren Schreiben fordern sie eine regelmäßige Reinigung der Unterführung und den Einbau eines Vogeleinflugschutzes.

Ekel-Tunnel lässt Passanten verzweifeln: „Taubenkot ist eine Gesundheitsgefahr“

Fingerdicker Taubenkot säumt den Gehweg unter der A40-Brücke. © Stephan Schütze

Zumindest die Stadt Bochum reinige seitdem in unregelmäßigen Abständen den Bochumer Bereich, so das Ehepaar Lerch. „Die Umweltservice Bochum GmbH säubert sogar einmal pro Woche Straße und Gehweg mit dem Dampfstrahler“, sagt der Bochumer Stadtsprecher Thomas Sprenger auf Anfrage. „Allerdings nur bis zur Hälfte, der andere Teil liegt nicht in unserer Zuständigkeit.“

Auch bei der Bezirksvertretung Lütgendortmund suchte das Ehepaar Lerch Hilfe. Das Gremium leitete das Anliegen an die Dortmunder Verwaltung weiter und erhielt folgende Antwort: „Das Bauwerk befindet sich in der Straßenbaulast von Straßen.NRW. (...) Auf Flächen Dritter dürfen keine Leistungen durchgeführt werden.“

Ekel-Tunnel lässt Passanten verzweifeln: „Taubenkot ist eine Gesundheitsgefahr“

Auch der Abfallbehälter und die Laterne sind vollgekotet. © Stephan Schütze

Diese Antwort erstaunt Peter Beiske, Sprecher von Straßen.NRW, im Gespräch mit dieser Redaktion. „Die Straßenbaulast ist Sache der Kommunen“, sagt er. In diesem Sinne nimmt die Stadt Bochum ihre Aufgabe in diesem Bereich längst wahr.

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Reparaturarbeiten sind im letzten Quartal 2020 geplant

In Sachen „Einbau eines Vogeleinflugschutzes“ hält Peter Beiske halbgute Nachrichten bereit. „Einen solchen Schutz können wir nur im Zuge von Reparaturmaßnahmen installieren. An dieser Brücke sind diese Arbeiten für das letzte Quartal 2020 vorgesehen. Dann kommt auch hier der Vogeleinflugschutz.“

Ekel-Tunnel lässt Passanten verzweifeln: „Taubenkot ist eine Gesundheitsgefahr“

Diese Unterführung ist für Fußgänger und Fahrgäste eine Zumutung. © Stephan Schütze

Einfach so vorziehen könne man die Arbeiten nicht, weil sie erst ausgeschrieben werden müssten, so Beiske. Ohnehin würde man nicht nur für eine einzelne Brücke Reparaturen ausschreiben. „Das ist viel zu aufwendig.“ Eine Reinigung der Brückenwände sei grundsätzlich nicht vorgesehen, so Beiske.

Fütterung der Tauben verstärkt das Problem

Insgesamt müsse sich Straßen.NRW um über 10.000 Brücken kümmern. Die Taubenproblematik sei nicht neu und dem Unternehmen auch von anderen Unterführungen bekannt, so Beiske. „Wenn die Belastung größer wird, wächst der Unmut und dann kommt es zu Beschwerden.“

Ekel-Tunnel lässt Passanten verzweifeln: „Taubenkot ist eine Gesundheitsgefahr“

Zwischen dem Dortmunder und Bochumer Teil ist in Sachen Sauberkeit ein deutlicher Unterschied zu erkennen. © Stephan Schütze

Verstärkt würde das Problem durch vermeintliche Tierfreunde, die die Tauben füttern, so Beiske. „Ich habe dort erst kürzlich Körner auf dem Boden gesehen“, bestätigt Annegret Lerch.

Anfragen an die Stadt Dortmund und die Bogestra blieben bis Mittwoch (8. 1., 18 Uhr) unbeantwortet.

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