Polizeipräsident findet Videoüberwachung am Hörder Bahnhof nicht notwendig

dzHörde Bahnhof

Die Videoüberwachung am Hörder Bahnhof sei nicht nötig, findet der Polizeipräsident. Er sagt: Die Hörder haben mit einem ganz anderen Problem als Straftaten zu kämpfen.

von Alexandra Wachelau

Hörde

, 08.02.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die meisten Besucher des Hörder Bahnhofs fühlen sich unwohl. In einer Umfrage unserer Redaktion wurde angegeben, dass dieser Ort der zweitgrößte Angstraum Dortmunds ist. Spätestens seit dem Tod eines 15-jährigen Mädchens fordert unter anderem die SPD-Fraktion in Hörde eine Videoüberwachung am Bahnhof.

Der Antrag wurde bisher jedoch abgelehnt. Bahnhof und Unterführung selbst sind Eigentum der Deutschen Bahn. Diese hat kein Interesse an einer Videoüberwachung. Auf dem Gehwegbereich vor dem Bahnhof dürfte dagegen die Dortmunder Polizei Kameras anbringen – der Bereich ist städtisch.

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Auch an anderen Stellen Dortmunds hat die Polizei bereits Videokameras angebracht: an der Brückstraße und in Dorstfeld an der Emscherstraße beispielsweise. Auch an der Münsterstraße soll in Zukunft gefilmt werden.

Für Kameras sind nicht genug Delikte verzeichnet

Polizeipräsident Gregor Lange hat sich nun zur Sachlage geäußert: „Die Voraussetzung für eine Kameraüberwachung ist, dass eine hohe Anzahl von Straftaten vorliegt“, sagte Lange bei einer öffentlichen Bürgerveranstaltung (6.2.).

Polizeipräsident findet Videoüberwachung am Hörder Bahnhof nicht notwendig

Die Deutsche Bahn selber hat kein Interesse an einer Videoüberwachung. © Foto: Peter Bandermann (A)

Abgesehen davon, dass die Hörder Straftaten in den vergangenen Jahren stetig abgenommen haben, wurden laut Lange im Bereich des Bahnhofs im vergangenen Jahr nur zwei Raubstraftaten vermerkt. Eine zu geringe Quote, um mit einer Kamera präventiv zu filmen.

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Stattdessen, sagte Polizeipräsident Lange auf der Veranstaltung, habe man sich in den vergangenen Jahren verstärkt auf die Betreuung von Jugendlichen konzentriert. Mit der Rampe II und dem You Point biete Hörde Aufenthaltsorte für Jugendliche, außerdem habe man sich stärker mit dem Jugendamt vernetzt.

Polizeipräsident findet Videoüberwachung am Hörder Bahnhof nicht notwendig

Der You Point am Hörder Phoenix-See ist eine beliebte Anlaufstelle für Jugendliche. © Dortmund-Agentur/Gaye Suse Krome (A)

Auch das Haus des Jugendrechts, in dem sich Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendgerichtshilfe unter einem Dach befinden, habe zur steigenden Aufklärungsquote beigetragen, sagte Lange.

Respektlosigkeit und Jugendkriminalität

„Womit wir leider ein wachsendes Problem haben, ist Respektlosigkeit“, sagte Lange. Man versuche zwar, Jugendliche aus schwierigen Milieus „aufzufangen“, die Einstellung der Menschen ließe sich jedoch nur schwer ändern.

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In den vergangenen Jahren hat die Polizei Dortmund zudem einen Ring krimineller Jugendlicher aus Hörde zerschlagen: Anfang 2019 wurde ein 15-Jähriger festgenommen, der 18 Straftaten, darunter einen schweren Raubüberfall und Drogendelikte, in seinem Leben begangen hat.

Von der inzwischen aufgelösten Gruppe sei er noch nicht einmal der Jüngste gewesen, so Lange. Das war ein 14-Jähriger, auch dieser hatte mit Drogen gehandelt.

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Dennoch bleibt Lange, was die Situation am Hörder Bahnhof angeht, positiv gestimmt: „Was wir bisher am Bahnhof zu verzeichnen haben, ist eine anhaltend unauffällige Lage“, sagte er.

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