Eine Brücke für Marten: Bärenbruch wird für zwei Jahre gesperrt

dzRoßbach

Bei den großen Überflutungen seit 2008 stand immer zuerst der Bärenbruch an der Feuerwache unter Wasser. Der Bau einer Brücke soll das ändern. Das wird das Leben in Marten für Jahre prägen.

Marten

, 08.11.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Oktober vermeldete die Emschergenossenschaft, die Renaturierung des Roßbaches sei fast abgeschlossen. Sehen kann man das an der Altenrathstraße. Dort hat die Befreiung des Roßbaches aus seinem Betonbett ein neues Naherholungsgebiet für Marten und Kirchlinde geschaffen.

Der Roßbach ist aber eben nur „fast“ fertig. Mindestens ein Kapitel in der langen Geschichte der Emscher-Renaturierung wird noch geschrieben. Und der Titel dieses Kapitels lautet „Düker Bärenbruch“.

Der Roßbach wird aus dem Rohr befreit

Ein Düker ist eine Rohrleitung, die eine Straße unterquert, und der Roßbach fließt unter dem Bärenbruch durch einen solchen Düker. Zur Renaturierung des Roßbaches gehört es nun, dass er aus diesem Rohr befreit wird.

Dazu muss der Düker abgerissen und durch eine Brücke ersetzt werden. Da dieser Bau nicht Teil des 2016 genehmigten Renaturierungs-Planes ist, hat die Emschergenossenschaft jetzt den Antrag für ein neues Planfeststellungsverfahren gestellt.

Freier Blick über den Bach

Bislang fährt man über den Düker und sieht links und rechts der Straße eine Böschung, die die Sicht auf den Roßbach behindert. Eine Brücke würde das komplett ändern. Die Emschergenossenschaft kann unterdessen noch keine Zeichnungen oder vom Computer generierten Bilder zu dem Bauwerk liefern.

Nur dass sie 15,70 Meter lang und 1,90 Meter hoch sein soll, kann Unternehmenssprecher Ilias Abawi bislang verraten. Vielleicht ist dann ein freier Blick vom Bärenbruch auf den Bachlauf möglich.

Umleitung durch das Industrie-Gebiet Germania

Doch ob ein schöner Ausblick die Einschränkungen ausgleichen kann, die den Martenern und dem Verkehr von Kirchlinde nach Marten bevorstehen? Denn während des Brückenbaus wird das Befahren der Straße nicht möglich sein.

Der einzig mögliche Umweg für den Verkehr wird die Germaniastraße sein. Auf der bilden sich schon jetzt zu Stoßzeiten Staus an den Ampeln. Auch die Feuerwehr, deren Wache direkt nebenan am Bärenbruch liegt, wird bei Einsätzen im Martener Dorf oder in Dorstfeld den Umweg über die Germaniastraße fahren müssen.

Baubeginn im 3. Quartal 2022

Bis dahin wird aber noch viel Zeit vergehen. Denn so lautet der Ablaufplan: Die Emschergenossenschaft erwartet die Genehmigung des Planes im 2. Quartal 2021. Danach beginnen Vorbereitungsarbeiten für die eigentliche Baustelle.

„Es müssen Versorgungsleitungen umverlegt werden, die aktuell unter der Straße liegen“, erklärt Ilias Abawi. Der Baubeginn der Brücke soll dann im 3. Quartal 2022 erfolgen. Für die Arbeiten plant die Emschergenossenschaft zwei Jahre ein.

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