Sechs Wochen lang waren die meisten Geschäfte am Westenhellweg während der beiden Lockdowns geschlossen. Das Bild stammt aus dem März. © Dieter Menne (Archiv)
Extremer Besuchereinbruch

„Ein hartes Jahr für den Westenhellweg“

Über vier Millionen weniger Passanten: Der Westenhellweg verzeichnete 2020 den wohl heftigsten Besuchereinbruch seit 50 Jahren.

Zwei Lockdowns, Maskenpflicht beim Einkaufen, Kontaktbeschränkungen: Die Corona-Pandemie hat Dortmunds stationären Einzelhandel mit voller Wucht getroffen. Das zeigt sich besonders an seinem Aushängeschild, dem Westenhellweg: Ein Drittel weniger Besucher als 2019 – nur noch 10 statt 14,5 Millionen – waren 2020 auf der Einkaufsstraße unterwegs. Das ergab jüngst eine Auswertung unserer Redaktion.

„Das war ein ganz, ganz hartes Jahr für den Westenhellweg“, sagt auch der Handelsexperte der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund (IHK), Ulf Wollrath. Von uns um eine Bewertung von 2020 in Bezug auf die Einkaufsmeile gebeten, vergibt er drei von zehn Punkten.

Toplagen wie der Westenhellweg seien durch die Lockdowns stärker getroffen worden als die klassischen Mittelzentren in den Stadtteilen. In letzteren gebe es häufig noch Grundversorger wie Lebensmittelgeschäfte, die auch während der Lockdowns öffnen dürften und so Kunden anziehen.

Stärkere Durchmischung gefordert

Wollrath glaubt nicht, dass die Passantenzahlen sich nach der Pandemie auf Vor-Krisen-Niveau erholen werden: „Die Zeiten werden härter.“ Der Westenhellweg, die City als Ganzes, müsse sich langfristig ändern: „Wir müssen Attraktionen abseits des Einzelhandels in die Innenstadt holen.“

Er plädiert für eine stärkere Durchmischung der City – mit mehr Wohnen, Gastronomie und Kultur.

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Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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Thomas Thiel

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