Eichenprozessionsspinner: Mehr Nester als noch im Vorjahr

dzZwischenbilanz aus Dortmund

Der Eichenprozessionsspinner hat sich 2019 zu einer wahren Plage entwickelt. Auch in diesem Jahr waren die Befürchtungen in Dortmund groß. Bisher wurden schon mehr als 2300 Nester entfernt.

Dortmund

, 21.06.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie aus dem Nichts sorgte der Eichenprozessionsspinner im vergangenen Jahr vielerorts für große Sorgen. Auch in Dortmund. Zu knapp 1800 Einsätzen musste die Stadt 2019 ausrücken. Die Befürchtungen einer erneuten Plage in diesem Jahr waren enorm. Bislang sind aber deutlich weniger Meldungen bei der Stadt Dortmund eingegangen als im Vergleich zum Vorjahr.

Die feinen Brennhaare des Eichenprozessionsspinners können beim Menschen schwere gesundheitliche Schäden auslösen. Deshalb hat die Stadt Dortmund schon im Vorfeld der Raupen-Saison, die normalerweise von April bis August andauert, besondere Maßnahmen ergriffen. Und diese scheinen zu greifen, denn: „Es gehen deutlich weniger Meldungen ein“, betont Stadtsprecher Christian Schön.

Melde-Hotline wird sehr gut angenommen

Bislang habe man 86 Einsätze abgearbeitet (Stand: Freitag, 19.6.). An 410 Bäumen seien insgesamt 2385 Nester des Eichenprozessionsspinners entdeckt worden. „Die Summe der befallenen Bäume ist geringer als im Vorjahr. Allerdings hat die Menge der Nester an den einzelnen Bäumen zugenommen“, erklärt Schön.

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Zu den in diesem Jahr getroffenen Schutzmaßnahmen zählt unter anderem eine Telefon-Hotline, bei der Dortmunder Bäume melden können, die mutmaßlich vom Eichenprozessionsspinner befallen sind. Laut Schön werde die Hotline „sehr, sehr gut angenommen“. Insgesamt laufe das Vorgehen damit noch koordinierter und klarer ab.

Wird der Stadt Dortmund ein Befall gemeldet, rückt ein Team aus, um die Nester von den Bäumen zu saugen. „Anders als im vergangenen Jahr können wir dem Melder nach der Absaugung eine Antwort geben. Das hat die Zufriedenheit bei den Bürgern noch einmal deutlich erhöht“, so der Stadtsprecher.

180 Lebendfallen angebracht

Derweil könne man aufgrund der Vorbereitung schneller reagieren und demzufolge sogar auf mögliche Warnschilder an Tageseinrichtungen für Kinder, Schulen und Spielplätzen verzichten.

An öffentlichen Grünflächen und Parks seien Schön zufolge Warnschilder allerdings ausreichend. „Diese sind in der Priorität nachgeordnet. Ganze Sperrungen erfolgen dann auch nur bei sehr starkem Befall und auf kleinem Raum.“

Eine weitere Änderung im Vergleich zum Vorjahr sind die Lebendfallen. Diese werden an Baumstämmen angebracht und sollen die Eichenprozessionsspinner einfangen. Insgesamt seien 180 dieser Fallen angebracht worden. „Wir haben drei verschiedene Arten an drei verschiedenen Standorten getestet. Mechanische Fallen, Pheromon-Fallen und Leimringe“, erklärt Schön.

Letztere seien inzwischen allerdings schon wieder entfernt worden, da sich auch andere Tiere in ihnen verfangen hätten. Wie wirksam die übrigen Fallen waren, werde laut Schön nach der Saison sorgfältig ausgewertet.

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